Millenium Tower, Chicago/USA
Zwei Etagen pro Woche mit Selbstklettertechnik
Entgegen vielfach in der Vergangenheit praktizierter Hochhauskonzepte als Stahlkonstruktion handelt es sich neben dem derzeit größten Hochhausprojekt Grand Plaza hier beim Millennium Tower ebenfalls um eine reine Stahlbeton-Konstruktion. Damit kommt diese Konstruktion dem Wunsch nach mehr Stabilität und Standsicherheit mit massiven Kernen, StB-Geschossdecken und StB-Fassaden entgegen.
Das Wohnhochhaus enthält 480 Apartement-Einheiten und rund 2.000 qm Nutzfläche für Einzelhandelsgeschäfte.
Mit drei Unter- und 57 Obergeschossen wird das Gebäude nach Fertigstellung 163 m Höhe erreichen.
Schalungs/Gerüstbauarbeiten
Am Gebäudekern werden Wände und Zwischendecken gemeinsam betoniert. Als Wandschalung werden ca. 175 qm Trägerschalung mit GT 24 eingesetzt, die mittels ACS-G (mit Galgen) sicher und kranunabhängig von Stockwerk zu Stockwerk gehoben werden.
Vorteilhaft erwies sich für die Baustelle die Möglichkeit, den ca. 18 t schweren Beton-Verteilermast sicher mit in die Höhe zu nehmen. Diese Technik ist im Hochhausbau heute fast schon Standard.
Für die Fassade mit höchstem Sichtbetonanspruch wurde eine spezielle Stahlschalungs-Lösung gewählt, die eine optimale und zugleich wirtschaftliche Erfüllung der Anforderungen erlaubte. In jeder Etage waren insgesamt 47 Stützen-Bauteile herzustellen, die sich teilweise erheblich unterschieden. Besonders zeitsparend erwies sich das Zusammenfassen von vier Stützenschalungen der Fassade zu einer Gerüsteinheit, die dann ebenfalls ohne Kran klettern konnte.
Als Deckenschalung kam ein Paneel-Deckenschalungssystem zum Einsatz, das durch gute Aufwandswerte den Bauablauf von zwei Etagen pro Woche ermöglichte, und zwar alles mit normalen 8-Stunden–Schichten ohne Überzeiten.
Bautafel
Projektbeteiligte: James McHugh Construction Company
Bauherr: Columbus, Immobilien-Gesellschaft, Chicago/USA
Fertigstellung: 2002
Standort: Chicago/USA
Bildnachweis: PERI, Weißenhorn