Ludwig-Erhard-Haus, Berlin
Betongewölbe mit Systemschalung
Das Ludwig-Erhard-Haus soll in Form und Funktion ein Wahrzeichen für die Wirtschaft Berlins werden. Der britische Architekt Nicholas Grimshaw hat dabei mit seinem ökotechnischen Architekturkonzept höchste Anforderungen an zeitgemäße Technologie gestellt.
Markantes Merkmal des 39 m hohen Kuppelhauses sind 15 elliptisch gekrümmte Stahlbögen, welche als Haupttragglieder die Grundstruktur des Gebäudes bilden.
Diese Stahlbögen mussten mit Stahlbetonschalen ausgefacht werden, sowohl vertikal gekrümmt als auch horizontal vorgegebenen wechselnden Radien folgend.
Schalung
Die Außenschalung der ausfachenden Stahlbetongewölbe-Wand wurde als Kletterschalung ausgebildet und auf Kletterkonsolen befestigt. Kippgelenke übertrugen die Lasten aus der Schalung auf die Konsolen. Diese waren über spezielle Aufhängepunkte und teleskopartig ausgebildete untere Anlagepunkte den wechselnden Wandkrümmungen angepasst.
Eine in den Radien mittels Stellspindeln verstellbare Trägerschalung, ließ sich diesen gewünschten Formen durch Einstellen der Spindeln, ohne Element–Umbau, anpassen. Die veränderlichen Taktlängen in den einzelnen Kletter-Abschnitten wurden über ineinander teleskopierbare Gitterträger erreicht.
Bautafel
Architekt: Nicholas Grimshaw & Partners, London, Berlin
Bauherr: Industrie und Handelskammer, Immobilien-Vermietungsgesellschaft von Quistorp & Co,
Projektbeteiligte: ARGE Max Bögl GmbH &Co. KG, Neumarkt (Bauunternehmen); Krupp Stahlbau, Berlin GmbH (Stahlbau); PERI, Nürnberg (Projektbetreuung)
Fertigstellung: 1997
Standort: Fasanenstraße, Berlin
Bildnachweis: PERI