Frauenkirche, Dresden

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Gerüst mit Wetterschutzdach

Die Frauenkirche in Dresden geht auf eine romanische Kirche, die erstmalig 1366 erwähnt wurde, zurück. Die Frauenkirche mit der zentralen Kuppel über kreisförmigem Grundriss in ihren heutigen Ausmaßen beruht auf der Planung des Architekten und Ratszimmermeisters George Bähr aus dem Jahre 1726. Mit der Aufsetzung des Kuppelkreuzes am 27. Mai 1743 war der Bau endgültig vollendet. Der kreisförmige Innenraum der Frauenkirche wird von acht schlanken Pfeilern geprägt, die die innere Kuppel tragen. Zwischen den Pfeilern sind Emporen eingehängt.
Das Dach ist von außen vollständig in Sandstein ausgeführt und verschmilzt in seiner geschweiften Form mit der schlanken Kuppel. Die Kuppellösung gilt als eines der Meisterwerk der europäischen Barockarchitektur.
Am 15. Februar 1945 stürzte die Frauenkirche nach dem Bombenangriff auf Dresden in sich zusammen; die Ruine mit Trümmerberg war Mahnmal für Krieg und Zerstörung. Seit 1992 wird an dem archäologischem Wiederaufbau gearbeitet, die Enttrümmerung und sorgfältige Bergung der wiedereinsetzbaren Originalbauteile war 1994 abgeschlossen. Die Unterkirche konnte im August 1996 wieder eröffnet werden - der historische Bau war erweitert durch ein unterirdisches Außenbauwerk mit Foyer, Künstlergarderoben, Probenräumen und Räumen für die Technik. Die endgültige Wiederherstellung der Frauenkirche ist für 2006 geplant.

Gerüstbauarbeiten
Um einen ununterbrochenen Baufortschritt zu ermöglichen, wurde ein Wetterschutzdach über der Baustelle angebracht. Im Verlauf der Rekonstruktion und des Wiederaufbaus musste das 380 Tonnen schwere Wetterschutzdach fünf mal angehoben werden. Die Stahlkonstruktion wurde mittels hydraulischer Winden nach oben gezogen, Infrarot-Sensoren sorgten für eine millimetergenaue Steuerung.
Die vierte Hebung im Frühjahr 2002 um 14 Meter in die Höhe stellte einen Einschnitt beim Wiederaufbau dar, da das neue Gerüst unter dem Wetterschutzdach nicht mehr auf dem Boden abgestützt wurde. Die ganze Konstruktion ruhte auf einem Trägerrost in Höhe des unteren Kuppelsimses. Das bisherige Gerüst um das Kirchengebäude konnten komplett abgebaut werden, so dass der untere Teil der Kirche endlich sichtbar für alle wurde.

Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenkirche-dresden.org.

Bautafel

Architekt: George Bähr (Original 1743); Architekten- und Ingenieurgemeinschaft GmbH IPRO, Dresden (Wiederaufbau ab 1992)
Projektbeteiligte: IPRO Dresden (Bauleitung); Ingenieurgemeinschaft Dr. Jäger/Prof. Wenzel (Ingenieurbauleistung); Prof. Jörg Peter (Prüfingenieur); Walter Bau AG mit DYWIDAG, Dresden; Sächsische Sandsteinwerke (Steinproduktion); Stahlbau Heyne GmbH; Hebetec Engeneering AG, Schweiz; ZÜBLIN Stahlbau GmbH; Alpine Service; Kranmontagen Lessina GmbH; Stahlbau Heyne GmbH (Hebung Wetterschutzdach); Thyssen Hünnebeck, Ratingen (Gerüste)
Bauherr: Stiftung Frauenkirche, Dresden
Fertigstellung: 1743, Wiederaufbau 2006
Standort: Neumarkt, Dresden
Bildnachweis: Stiftung Frauenkirche (1,3); IPRO Dresden (2)