Eisenbahnbrücke, Hollandsch Diep/NL

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Einsatz der Rahmenschalung mit Kunststoff-Schalhaut

Dort wo der Rhein sein Mündungsdelta bildet wird parallel zu einer bestehenden Eisenbahnbrücke eine neue Brücke für die Hochgeschwindigkeitsstrecke über das Hollandsch Diep errichtet. Von einer gesamten Brückenlänge von zwei Kilometern führen 1200 m über Wasser. Folglich müssen elf der 13 Pfeiler in einem Abstand von je 105 m im Wasser errichtet werden.
Ausgeführt von der Arbeitsgemeinschaft Arge Bouwkombinatie HSL Drechtse Steden wird bei diesem außergewöhnlichen Einsatz eine Rahmenschalung in einer besonderen Variante eingesetzt.

Schalungskonzept
Caisson aus Stahlbeton und Rahmenschalung
Die Ausführung der Pfeilerfüße auf Bohrpfählen und der Anschluss der Pfeiler unter der Wasseroberfläche verlangten nach einer ungewöhnlichen Lösung.
Von HBC Civiel wurde ein Verfahren entwickelt, welches das Rammen von Spundwänden umgeht, zumal das Rammen so nah an einer vielbefahrenen vorhandenen Eisenbahnbrücke sicher Probleme bereitet hätte.
Zunächst wird an Land in einem Dock ein 23,50 x 10,50 m großer Senkkasten hergestellt. Die Unterseite bildet eine Stahlbetonbodenplatte, die zugleich die Unterseite des Pfeilerfußes ist.
Um diese Betonplatte wird eine einschalige 2,50 m hohe Schalungswand aus Mammut-Elementen mit einer alkus-Schalungsplatte auf der Außenseite (Wasserseite) gestellt und mit umlaufenden Stahlprofil-Gurten als Kasten stabilisiert.
Der so gebildete Caisson, aus Beton-Bodenplatte und Schalungselementen, wird mit einem Ponton an die Einbaustelle geschleppt und durch Fluten auf die Bohrpfähle 4,50 m unter die Wasseroberfläche abgesenkt.
Nach dem Lenzen (Auspumpen) des großen Kastens werden im Schutz der Wand aus Mammut-Schalung mit alkus-Platten alle Arbeiten durchgeführt, die für die Fertigstellung des Pfeilerfußes und die Erstellung der Pfeiler notwendig sind.
Danach entfernen Taucher die als Spundwand-Ersatz eingesetzte Mammut-Schalung.

Der Wassereinfluss auf die Schalhaut in der verwendeten Mammut-Schalung war deshalb kein Problem, weil die alkus-Platte als Verbundkonstruktion aus Aluminium und Polypropylen überhaupt kein Wasser aufnimmt und sich weder die Tragfähigkeit noch die geometrischen Werte durch Quellen verändern.
Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass die Schalhautbefestigung so gewählt werden musste, dass auch Kräfte auf die Schalhaut von der Rahmenseite her aufgenommen werden konnten. Normlerweise wird die Schalhaut vom Beton gegen den Rahmen gedrückt. Im vorliegenden Fall jedoch wurde bei innen höherem Wasserstand als außen die Schalhaut vom Rahmen abgedrückt. Auch dieser Tatsache wurde von den MEVA-Konstrukteuren durch eine Spezial-Lösung der Befestigung Rechnung getragen.

Die Caisson-Wand ist so nicht nur sicher, sondern auch so dicht, dass die eingesetzten Lenzpumpen den inneren Wasserstand immer in der gewünschten Höhe halten können.

Bautafel

Projektbeteiligte: Arge Bouwcombinatie HSL Drechtse Steden v.o.f.; Ballast Nedam Infra
HBG Civiel, Strukton Betonbouw; Van Hattum en Blankevoort; Van Oord ACZ Waterbouw en Maasdiep v.o.f. (Bauunternehmen); MEVA Bekistingssystemen b.v., Gouda/NL (Projektbetreuung)
Bauherr: Staatliche Eisenbahngesellschaft, NS Nederlandse Spoorwegen
Fertigstellung: Rohbau vorraussichtlich 2003
Standort: Hollandsch Diep, Niederlande
Bildnachweis: Meva GmbH und Ton Borsboom (Fotograf)