Cooper River Bridge, Charleston, South Carolina

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 |

Selbstklettertechnik für 175 m hohe Brückenpylone

Die „Cooper River Bridge" wird zwei bestehende Brücken ersetzen, die 74 Jahre alte Grace Memorial Bridge und die 1968 erbaute Pearman Bridge. Auf Grund ihres Alters, der Geometrie und Tragfähigkeit sind diese Bauwerke in verkehrstechnischer Hinsicht, für den Strassen- und Schiffsverkehr nicht mehr zeitgemäß. Beide Bauwerke werden nach Fertigstellung der „Cooper River Bridge" zurückgebaut. Zwei Pylone im Abstand von 472 m werden die Lasten der Schrägseilkonstruktion aufnehmen, die die beiden Ufer des Cooper River miteinander verbinden wird.
Die Höhe der beiden Brückenpylone, die geometrisch einem Diamanten ähneln (Diamond shape), beträgt nach Fertigstellung 175 m. Die Höhe der Fahrbahnplatte über mittlerem Meeresspiegel liegt bei ca. 61 m. Dadurch wird selbst großen Schiffen die Durchfahrt ermöglicht. Zur Zeit ist diese Brücke das größte Projekt South Carolinas zur Verbesserung der Infrastruktur. Die kurze Bauzeit, die logistischen Anforderungen (alle Materialien müssen mit Schiffsbarken an die beiden Brückenpylone gebracht werden) und die damit verbundene Notwendigkeit, Krankapazitäten zu sparen, machten den Einsatz einer Selbstkletterschalung unerlässlich.

Schalungs-/Gerüstbauarbeiten
Durch den Einsatz des ACS-Automatic Climbing System für das kranunabhängige Schalen von turmartigen Bauten, zumeist in Verbindung mit einer Träger-Wandschalung, lassen sich die hohen Anforderungen an die Betonoberflächen und an die Maßgenauigkeit erfüllen. Auch im puncto Sicherheit setzt das Selbstklettersystem Maßstäbe. So bleiben die Gerüsteinheiten immer mit dem Bauwerk verbunden – selbst beim Klettervorgang. Die Konstruktion ist für hohe Windgeschwindigkeiten im Offshore-Bereich bemessen, hierbei sind sämtliche Windlasten nach DIN 1055 berücksichtigt. Für die Pylone der Cooper River Bridge erarbeiteten die Ingenieure ein effizientes Schalungskonzept mit detailliert festgelegten Arbeitsrythmen, die von der Baustellencrew mit hoher Produktivität eingehalten werden.
Zum Einsatz kommen rund 1.000 m² VARIO GT 24 Träger-Wandschalung sowie acht ACS-V Sonderbühnen für die vor- und rückgeneigten Bereiche sowie acht ACS-R Bühnen an den seitlich geneigten Flächen. Zwei maximal 50 m lange Übergangsbrücken als PERI Stahlsonderkonstruktion erlauben dem Personal den Zeit sparenden Wechsel von einem Pylonbein zum gegenüberliegenden. Die Höhe der Betoniertakte wurde – mit wenigen Ausnahmen im Schrägseilbereich – gleichbleibend auf 4,15 m festgelegt. Die sich mehrfach ändernden Wandstärken erforderten eine leicht variierbare Schalungslösung, um den Aufwand für den Umbau auf ein Minimum zu reduzieren.
Die ACS-Bühnen werden auf der Baustelle an einem speziell eingerichteten Montageplatz abgebunden, montiert und modifiziert. Der Transport zu den Pylonen erfolgt mit Schiffen. Zu diesen Zeiten befindet sich ein Supervisor des Schalungsherstellers vor Ort, um das Baustellenteam zu unterstützen.
An den Pylonen im unteren Bereich (unterhalb des Neigungswechsels) wurde wöchentlich jeweils ein Betonierabschnitt fertiggestellt. Auf Grund der vereinfachten Bewehrungsführung und der kleineren Bauwerksgeometrie wird die Baustelle im oberen Bereich alle vier bis fünf Arbeitstage betoniert.

Bautafel

Projektbeteiligte: Palmetto Bridge Constructors Joint Venture Tidewater/Skanska USA Inc. und HBG Constructors Inc./Flatiron Structures Company (Rohbau); Peri TB, Weißenhorn und PERI USA (Schalung und Gerüst)
Bauherr: State of South Carolina
Fertigstellung: 2004
Standort: Cooper River, Charleston SC, USA
Bildnachweis: Peri