Autobahnviadukt, Millau/F

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Die höchsten Brückenpfeiler der Welt

Die Brücke über ein Tal des Flusses Tarn entsteht nach dem Enwurf von Lord Norman Foster. Der englische Architekt hatte den international ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. 2.460 Meter werden mit insgesamt acht Feldern von zweimal 204 Meter und sechsmal 342 Meter überspannt. Die sieben Stahlbetonpfeiler sind zwischen 78 und 245 Meter hoch, tragen den Überbau und die Stahlpylone für die Schrägseilkonstruktionen. Der 32 Meter breite Überbau wird aus Stahl gefertigt und hat einen trapezförmigen Kastenquerschnitt. Die Pylone ragen nochmals 90 Meter über die Straßenebene in die Höhe. Ziel des Enwurfs war eine möglichst ökonomische Konstruktion: Jede Stütze wird unterhalb der Fahrbahn in zwei dünnere, flexiblere Stützen geteilt.

Schalungs-/Gerüstbauarbeiten
Die komplexe Stützengeometrie stellt schalungstechnisch hohe Ansprüche: Die Klettergerüste sollten für Windgeschwindigkeiten bis 180 km/h ausgelegt sein, die Schalungen sollten hohe Betoniergeschwindigkeiten (Frischbetondruck von 100 KN/m²) aushalten. Die Betonoberflächen werden in Sichtbeton mit glatten Oberflächen, scharfkantigen Ecken, mit möglichst wenigen Ankerstellen sowie ohne horizontale Schalhautstöße ausgeführt.
Die Herstellung der Hohlpfeiler gliedert sich in drei unterschiedliche Abschnitte: Im ersten Abschnitt verjüngen sich die Pfeiler von 27,00 m auf 14,40 m. Im zweiten Abschnitt teilt sich der Einzelpfeiler in einen Doppelpfeiler, der sich jeweils ebenfalls nach oben hin verjüngt.
Die eingesetzten Außenschalungen aus Stahl lassen sich mit Hilfe von Selbstklettergerüsten von Takt zu Takt umsetzen. Die Innenschalungen sind als klassiche Kranklettersysteme ausgelegt, da in regelmäßigen Abständen aus statisch konstruktiven Gründen Zwischendecken im Inneren der Pfeiler eingezogen werden. Die Anpassung an die parabelförmige Änderung der Pfeilerquerschnitte erfolgt mit speziellen Ausgleichselementen, mit zusätzlichen Passelementen für jden Takt und mit dem Einsatz von teleskopierbarer Stahlriegel. Mit nur einer Ankerlage im Beton in der 2. Lage über der Betonierfuge und bei bis zu vier Meter hohen Betonierabschnitten konnte der Aufwand der Schalarbeiten und der anschließenden Schließung der Ankerstellen erheblich reduziert werden. -ja

Weitere Informationen über das Viadukt, den Baufortschritt und Besichtigungsmöglichkeiten finden Sie unter www.viaducdemillaueiffage.com.

Bautafel

Architekten: Foster and Partners, London/UK
Projektbeteiligte: Jean Martin (Projektleiter); Eiffage TP, Vélizy Cedex/F (ausführendes Unternhmen); PERI, Weißenhorn (Schalungen)
Fertigstellung: 2005
Standort: bei Millau im Südwesten Frankreichs
Bildnachweis: Foster and Partners (1), PERI (2,3)