Umbau eines Wohnhauses in Meerbusch

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Gleiche Heizkosten bei doppelter Wohnfläche

Mehr Platz, bessere Energieeffizienz und eine möglichst kurze Bauzeit waren die Zielvorgaben vor dem Umbau eines Wohnhauses in Meerbusch. Der Bestandsbau, ein Winkelbungalow, stammt aus den frühen 1960er Jahren und wurde durch eine Aufstockung von zwei neuen Obergeschossen von 117 auf 250 m² erweitert. Um die von dem Architekt Jürgen Weber geplante Aufstockung realisieren zu können, musste zunächst das alte Walmdach des Bungalows demontiert werden. Unebenheiten auf der alten Betondecke des Erdgeschosses wurden mit einer Ausgleichsschüttung aus Blähschiefer eingeebnet.

Für die Errichtung der neuen Außenwände entschieden sich Planer und Bauherren für Holzrahmenwände. Nach den Umbaumaßnahmen befinden sich im ersten Obergeschoss ein Wohn-, ein Schlaf- und ein Badezimmer sowie ein Büroraum; das zweite OG, an das eine rund 30 m² große Terrasse anschließt, wird vollständig als Gästezimmer genutzt.

Nachhaltig Bauen
Die Holzrahmenwände in einem Raster von 625 mm wurden in einer Zimmerei vorgefertigt. In die Holzgefache geklemmte Steinwolle-Platten mit einer Dicke von 140 mm und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK sorgen für einen hohen Wärmeschutz. Zusätzlich erfüllt die nichtbrennbare Dämmung die höchsten Brandschutzanforderungen und bewirkt, dass die störenden Nebengeräusche des nahegelegenen Düsseldorfer Flughafens nicht in das Gebäudeinnere eindringen können.

Ebenfalls in der Zimmerei wurden die Wände noch mit 12,5 mm dicken Gipsfaserplatten beplankt, lediglich die Installationsebenen blieben für spätere Elektrikarbeiten offen und noch ungedämmt. Innerhalb von drei Tagen waren die neuen Wände montiert und auf den Bungalow aufgesetzt. Für den notwendigen Schallschutz des alten und neuen Wohnbereichs sorgen Trittschalldämmplatten aus Steinwolle.

Wie die Außenwände ist auch die Fassade hölzern. Die Holzprofile aus Douglasie, die mit einer wasserdichten PE-Folie von der Holzrahmenwand getrennt sind, werden durch Witterungseinflüsse mit der Zeit nachdunkeln. Breite Fensterfronten mit Doppelverglasung sorgen für viel Tageslichteinfall. Das Eigengewicht und die Windlasten der Fassadenkonstruktion wird von vier Konsolen getragen, die jeweils an einer Geschossdecke montiert sind. Aufgrund der Thermostopp-Platten aus Kunststoff werden Wärmebrücken an der kritischen Montagestelle vermieden. Zwischen der Dämmung und der Fassade blieben rund 400 mm Platz, in denen Zu- und Abluftkanäle sowie andere haustechnische Anlagen untergebracht werden konnten.

Damit das gesamte Gebäude und nicht nur die beiden neuen Obergeschosse wenig Energie verbrauchen,  modernisierte der Architekt auch das bestehende Erdgeschoss, indem die Außenwände nachträglich mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet wurden. Mithilfe eines Blower-Door-Test konnte die Luftdichtheit der Gebäudehülle überprüft und nachgewiesen werden. Eine Gas-Brennwert-Anlage ersetzt nun die ehemalige Ölheizung mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3000 Litern. Erste Vergleichsrechnungen der Heizkosten nach dem Umbau ergaben: Trotz steigender Kosten und mehr als verdoppelter Wohnfläche sind die Heizkosten für das Einfamilienhaus nahezu gleich geblieben. Die Zielvorgaben sind also erreicht worden.

Bautafel

Architekten: Jürgen Weber, Aachen
Projektbeteiligte: Gebr. Müller, Essen (Fenster); Fa. Dieter Kopper, Daufenbach (Wärmedämmverbundsystem); Deutsche Rockwool, Gladbeck (Außenwanddämmung innen, Zwischensparren-, Trittschalldämmung); Saint-Gobain, Aachen (Gipsfaserplatten, Ausgleichsschüttung Betondecke); Herbert Panhey, Krefeld (Fußbodenheizing); Inwerk, Meerbusch (Fußboden); Elektro Ternik, Mönchengladbach (Elektroinstallation)
Bauherr: privat
Fertigstellung: 2009
Standort: Meerbusch
Bildnachweis: Deutsche Rockwool, Gladbeck