Institut der Uniklinik Freiburg

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Modellprojekt für Ökologie und Energieeffizienz

Das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene gilt als Beispiel für ein besonders ökologisches und energiesparendes Gebäudekonzept. Es wurde bereits im Jahre 2006 als zweites von insgesamt sechs geplanten Neubauten der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg erbaut und nach Entwürfen der Freiburger Architektengemeinschaft Pfeifer, Roser, Kuhn realisiert. Das weitestgehend aus ökologisch unbedenklichen Baumaterialien errichtete Gebäude beinhaltet Labore, Büroräume und die erforderlichen Erschließungskerne.

Auf der Südseite ist das 2.000 m² große, viergeschossige Institut mit einer dreigeschossigen, gläsernen Doppelfassade ausgestattet. Dahinter befindet sich zusätzlich - fast über die gesamte Länge und Breite - in 20 cm Abstand eine weitere Brettstapelfassade, die wiederum die Außenwand der innen liegenden Büroräume bildet.

Die Gebäudestruktur entspricht den unterschiedlichen Nutzungen: die Versorgungsschächte sind an der Nordostfassade untergebracht, Labore und die offenen Bürozonen werden über zentrale Erschließungsbereiche vom Gebäudeinneren zugänglich gemacht und durch offene Atrien, den sogenannten Energiegärten belichtet. Diese sind nach Süden ausgerichtet und tragen mit ihrer Bepflanzung zu einem guten Raumklima bei. Das Raster von 3,6 m erlaubt eine flexible Aufteilung und spätere Nutzungsanpassung der Labore.

Nachhaltig Bauen
Der Energiehaushalt des Gebäudes wird über die Lüftung und die Speichermasse der Konstruktion aus Sichtbeton oder Brettstapeln gesteuert. Ein wesentlichen Anteil daran hat die Doppelfassade mit der dahinter liegender Brettstapelwand. Im Winter wird die erwärmte Luft des Fassadenzwischenraums direkt zur Vorwärmung der Zuluft für die Büros genutzt. Im Sommer verstärkt die Thermik in der Glasfassade die Durchlüftung. Der Luftwechsel vollzieht sich über die natürliche Konvektion. Darüber hinaus sorgen die Pflanzen in den Atrien für gute Raumluft, denn sie entziehen der Frischluft Kohlendioxid und binden damit CO2 aus der Luft, gleichzeitig erhöht sich der Sauerstoffgehalt der Luft.

Das Gebäude ist mit einer Betonkernaktivierung ausgestattet, die über einen Erdreichwärmetauscher im Sommer gekühlt wird. Im Winter gewährleistet die zusätzlich eingesetzte Wärmepumpe die Deckung des Restenergiebedarfs. Nur für extreme Kälteperioden wurden darüber hinaus Heizkörper installiert. Die Abluftanlage verfügt über eine Wärmerückgewinnung und wird nur mit reduziertem, vierfachem Luftwechsel betrieben.

In den WCs wurde auf einen Warmwasseranschluss verzichtet, so dass auch hier Energie eingespart wird. Die Räume sind mit Tageslichtsensoren und Präsensmeldern ausgestattet. Auf dem Dach wurden 145 m² Photovoltaikelemente installiert. Insgesamt ergibt sich ein Primärenergiebedarf von 27 kWh/m²a. Die Gesamtkosten betrugen 9,6 Mio. Euro und wurden jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Universitätsklinikum getragen.

Bautafel

Architekten: Architektengemeinschaft Pfeifer, Roser, Kuhn, Freiburg
Bauherr: Land Baden-Würtemberg, vertreten durch das Universitätsbauamt Freiburg
Projektbeteiligte: Mohnke Bauingenieure, Denzlingen (Tragwerksplanung); Ingenieurbüro für Versorgungstechnik Kuder, Flein (Technische Gebäudeausrüstung); Delzer Kybernetik, Lörrach (Simulation)
Fertigstellung: 2006
Standort: Breisacher Straße, Freiburg
Bildnachweis: Ruedi Walti, Basel (1); Klaus Heidler, Freiburg (2, 4); AG Pfeifer, Roser, Kuhn, Freiburg (3)

Architektenprofil

Pfeifer Kuhn Architekten
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