Bundesministerium für Gesundheit in Bonn

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Ein Haus für die Zukunft

Mit dem neuen Bundesministerium für Gesundheit setzt die Bundesregierung ein deutliches Signal auch für den Standort Bonn. Auf einem Teil des ehemaligen Troilo-Kasernengeländes in Bonn-Duisdorf entstand ein neues Verwaltungsensemble für die rund 400 Beschäftigten des Ministeriums.

Das Gebäudeensemble besteht aus einem Hochhaus mit 13 Obergeschossen, einem zweistöckigen Verbindungsgebäude mit überdachter Vorfahrt und einem sechsgeschossigen Längsgebäude. Die Fassaden setzen sich einheitlich aus sandfarbenem Werkstein und transparenten sowie opaken Glasflächen zusammen. Sie wurden zu einem hohen Grad vorgefertigt, wodurch zum einen die Qualitätssicherung verbessert und zum anderen die Montagezeiten verkürzt werden konnten. Die Raumaufteilung innerhalb des Gebäudes ist achsweise flexibel, so dass ein zukünftige Anpassung der Raumzuschnitte möglich ist.

Die formelle Übergabe des Gebäudes einschließlich der dazugehörigen neu gestalteten Außenanlagen an den Nutzer, erfolgte fristgerecht und unter Einhaltung des Projektbudgets von 28 Mio. Euro Ende August 2007.

Nachhaltig Bauen
In jeder Fensterachse des Gebäudes befindet sich ein manuell öffenbarer Lüftungsflügel. Das nahezu raumhohe Element ist leicht zu bedienen und ragt nur wenig in den Raum hinein, so dass die Möblierung bis fast an die Fassade erfolgen kann. Im Hochhaus befinden sich ab dem 6. Obergeschoss zusätzlich schmale opake Lüftungs-Drehklappen in der Fassade, um auch bei höheren Windgeschwindigkeiten eine dosierte natürliche Lüftung zu ermöglichen.

Der mittlere Transmissionwärmetransferkoeffizient der Fassade beträgt 0,55 W/(m²K), was unter dem Anforderungswert der aktuellen EnEV für Nicht-Wohngebäude liegt. Der sommerliche Wärmeschutz wird über den moderaten Fensterflächenanteil sowie einen außen liegenden Sonnenschutz auf der Ost-, Süd- und Westseite des Gebäudes sicher gestellt. Die Lamellenraffstores verfügen im Oberlichtbereich über separat drehbare Lamellen, über die auch bei geschlossenem Sonnenschutz eine Lichtlenkung erfolgt.

In den Geschossdecken befindet sich eine Bauteilaktivierung über die das Gebäude im Sommer gekühlt und im Winter beheizt wird. Die Kühlenergie wird nachts adiabat über die Kühltürme bereit gestellt und sorgt über die großen Speichermassen der Betondecken tagsüber für ein angenehmes Raumklima. Außerdem wurde das Gebäude an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Für die in Kraft-Wärme-Kopplung betriebene Fernwärme gibt der Energieversorger einen günstigen Primärenergiefaktor von 0,408 an. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes liegt für die Bedarfsbereiche Heizung, Kühlung und Beleuchtung bei unter 80 kWh/(m²BGFa).

Bautafel

Architekt: Petzinka Pink Architekten, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Petzinka Pink GmbH & Co KG, Düsseldorf (Generalplaner); Weischede, Herrmann und Partner, Stuttgart (Tragwerksplanung); DS-Plan GmbH, Köln (Technische Gebäudeausrüstung, Bauphysik); HHP Beratende Ingenieure GmbH, Bielefeld (Brandschutz)
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland
Fertigstellung: 2007
Standort: Rochusstraße 1-5, Bonn
Bildnachweis: Tomas Riehle, Köln

Architektenprofil

Petzinka Pink Architekten

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