Hotel in Berlin

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Stufenmosaik aus Klinkern

Um 1886 als Boulevard mit repräsentativen Wohnhäusern angelegt, wurde der Berliner Kurfürstendamm in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts durch zahlreiche Nachtclubs, Theater und Cafés zum intellektuellen und künstlerischen Treffpunkt der Weimarer Republik. Nachdem er im Krieg stark zerstört worden war, erlebte der so genannte "Ku’damm" in den 50er Jahren eine zweite Blüte und avancierte zum neuen Zentrum West-Berlins.

Daran knüpft der Berliner Architekt Benedict Tonon mit seinem Entwurf für das „Motel One“ an. Schlicht in der Form, besticht das Gebäude, ein Hotel mit zugehöriger Parkgarage, vor allem durch sein extravagantes Fassadenkleid: Gleichsam als Hommage an die Mosaiken der 50er Jahre umschließt den Bau eine Vorhangfassade aus Klinkersteinen, deren stufenförmig ansteigendes Muster dem Komplex einen ganz eigenen Rhythmus verleiht. Zudem sind die Fassaden rundum durch gleichmäßig angeordnete, vertikale Fensterbänder gegliedert. Einzig die Ostseite des Bauwerks stellt eine Ausnahme dar: Die Abstände der Fensterachsen werden schmaler, das Gebäude scheint hier an Dynamik zu gewinnen.

Während die Fassade in den oberen Stockwerken bündig ist, öffnet sich der Sockelbereich, akzentuiert durch ein umlaufendes Gesimsband, mit Versprüngen und angedeuteten Pfeilern zur Straße.

Mauerwerk

Das Gebäude ist aus Stahlbeton konstruiert; die Klinkerfassade wurde erst nach Fertigstellung des Rohbaus inklusive Fenster davor gemauert. Im Anschluss erfolgte die Montage der vorgefertigten Bauteile für Gesimse und Vorsprünge. Vor allem die zahlreichen Fertigbauteile erforderten eine ausgeklügelte Logistik auf der Baustelle. So erhielten beispielsweise die Maurer für jedes Fassadenfeld eine exakte Zeichnung mit dem Schichtmaß und der Position der jeweiligen Klinker, zusätzlich wurde eine Kopie der Zeichnung als Vorlage an die Fassade geklebt.

Das Gebäude wird entscheidend durch sein Mauerkleid geprägt: Klinker in den vier Grautönen „licht“, „hell“, „mittel“ und „dunkel“ – allesamt Sonderanfertigungen – ergeben zusammen das Stufenmosaik der Fassade. Diese unglasierten Ziegel bilden wiederum den Fond für vereinzelt eingesprengte, glasierte Klinker in weiß, rot und türkisblau, die den Eindruck eines „davor“ und „dahinter “ entstehen lassen. Die Glasuren wurden nicht, wie sonst üblich, auf einen weißen, sondern auf einen roten Scherben aufgebracht, wodurch der Ziegel zusätzlich an Tiefe zu gewinnen scheint.

Bautafel

Architekten: Benedict Tonon, Berlin
Projektbeteiligte: Hermann Kirchner Bauunternehmung, Berlin (Ausführung); Röben Tonbaustoffe, Zetel (Klinker)
Bauherren: Motel One, Berliner Parking Partner, Berlin
Fertigstellung: 2007
Standort: Kantstraße 7, Berlin
Bildnachweis: Röben Tonbaustoffe, Zetel

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