Hochwasserpumpwerk in Köln

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Konkave Basaltsteinwand mit bemoosten Fugen

Direkt am Ufer im Scheitelpunkt des Rheinbogens steht das Hochwasserpumpwerk der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe. Es befindet sich innerhalb eines Industriegebiets im Stadtteil Niehl und wurde zum Schutz vor dem Rheinhochwasser gebaut. Den entsprechenden 1. Preis im Wettbewerb hatten die ortsansässigen Astoc Architects and Planners 2005 gewonnen, realisiert wurde der Neubau im Zeitraum von September 2007 bis August 2009.

Bei der Entwicklung des Konzeptes stand das Zeigen der Abläufe der Reinigung, die Schärfung des Bewusstsein um den Wert von sau­beren, frischen Wasser und die Bedeutung der Erhaltung einer guten Gewässerqualität im Vordergrund. Aus diesem Grund gestalteten die Architekten zum Rheinufer eine konkav gekrümmte massive Basaltsteinwand, die im Kontrast zu der Hülle aus reinem weißen grobmaschigen Streckmetall steht. Diese Wand wird dem gereinigtem Regenwasser aus dem unterirdischen Prozess der Anlage berieselt und über die Jahre durch das Moos in den Fugen grün bewachsen. Erleben können Passanten diesen Prozess von einem kleinen öffentlichen Platz mit Sitzbänken.

Der Neubau fasst das Pumpwerk, Klärbecken und Technikgebäude zusammen und vereint die Nutzungen, der überwiegende Anteil der Baumasse liegt unter der Erde.

Mauerwerk
Die geschwungene Basaltsteinwand bildet die Längsseite des Hochwasserpumpwerks und die Ansichtsseite zum Rhein. Die 40 m lange und bis zu 9 m hohe Wand ist aus quaderförmig geschnittenen Basaltsteinen vor örtlich verbundenen Betonfertigteilen gemauert. Den Naturstein Basalt wählten die Architekten, da auch die Brüstungen der Flusspromenade traditionell aus diesem dunklen Stein hergestellt werden.

In die horizontalen Lagerfugen des Basaltmauerwerks ist ein Vliesband als Wurzelgrundlage für das Moos eingebracht. Mit Hilfe einer Arbeitsgruppe der Universität Bonn gelang es, kleine Moos-Flächen an der befeuchteten Wand anwachsen zu lassen. Eine dauerhafte Berieselung mit gereinigtem Regenwasser aus der darunterliegenden Zisterne hält die Wand feucht und fruchtbar und die Moos bewachsene Wand kann entstehen. Ein positiver Nebeneffekt der bemoosten Wand ist, dass das fließende Wasser sowie die Begrünung als wirksamer Schutz gegen Graffiti funktionieren.

Das Hochwasserpumpwerk wurde mit einer Anerkennung beim Kölner Architekturpreis 2010 ausgezeichnet.

Bautafel

Architekten: Astoc Architects and Planners, Köln
Projektbeteiligte: Norbert Philippen, Köln (Projektleiter); Bernhard Schumann, Köln (Bauleiter); PLMK Beratende Ingenieure, Köln (Tragwerksplanung); Pecher, Erkrath (Haustechnik); Jan-Peter Frahm, Arbeitsgruppe Bryologie der Universität Bonn (Beratung Mooswand); Hochtief, Köln (Generalunternehmer); Rocholl Garten-, Landschafts-, Sportplatz- und Tiefbau, Krefeld (Einbau Basaltwand); Mendiger Basalt, Schmitz Naturstein, Mendig (Basaltsteinhersteller)
Bauherr: Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Fertigstellung: 2009
Standort:
St. Leonardus Straße, 50735 Köln-Niehl
Bildnachweis: Christa Lachenmaier, Köln; Astoc Architects and Planners, Köln

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