Geschäfts- und Bürogebäude in Hamburg

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |

Hinterlüftete Vormauerschale aus Klinkersichtmauerwerk

Nahe des Hamburger Rathausmarktes und der Binnenalster entstand nach Plänen der Architekten Schenk und Waiblinger ein Geschäfts- und Bürogebäude für eine Immobilienfirma. Dem Neubau musste an dieser Stelle ein Bestandsgebäude weichen. Von ihm blieben jedoch die Sohle und Erdgeschosswände erhalten; sie wurden mit in die Planung des Neubaus einbezogen.

Auf dem 1.225 m² großen Grundstück entwickelt sich der insgesamt zwölfgeschossige Baukörper aus einem zweihüftigen Grundriss in polygonaler L-Form. So ergibt sich nach Norden und Westen ein Platz. Von diesem wird einer der Haupteingänge erschlossen. Des weiteren gibt es eine Haupterschließung von Osten und direkte Eingänge zu den kleinteiligen Mieteinheiten im Erdgeschoss. Hier befinden sich Verkaufsräume und Büroflächen, Seminarbereiche und ein repräsentatives Foyer. Die Obergeschosse sind der Büronutzung vorbehalten. Aufgrund des regelmäßigen Fassadenrasters von 1,35 m lassen sich die Flächen von den Nutzern flexibel gestalten.

Die in das Raster eingesetzten Fenster werden jeweils bei gleicher Höhe zu einer Fassadenecke hin breiter. Als Sonnenschutz kommt eine außen liegende, in die Fensterlaibung integrierte Senkrechtbeschattung als Lamellen-Raffstore mit Schienenführung zum Einsatz. In der Fassade ist das Erdgeschoss mit dem ersten Obergeschoss optisch zusammengefasst und bildet zusammen mit den vier folgenden Geschossen einen Sockelbaukörper. Ab dem sechsten Obergeschoss sind jeweils zwei Geschosse zusammen stufenweise zurückgestaffelt und auf dem Sockelbau leicht gedreht angeordnet. Auf diese Weise folgt der Baukörper der Krümmung der Straße. Auf den Vor- und Rücksprüngen ergeben sich Terrassen.

Mauerwerk
Das Büro- und Geschäftshaus ist als Skelett-Konstruktion mit Geschossdecken, Unterzügen und Stützen aus Stahlbeton ausgeführt. Die Lochfassade wurde mit einer hinterlüfteten Vormauerschale aus Klinkersichtmauerwerk konzipiert.

Die Architekten entschieden sich in Anlehnung an die Bauten des Backsteinexpressionismus im benachbarten Kontorhausviertel - zu dem unter anderem das Chilehaus von Fritz Höger gehört - für einen dunkelbraunen Klinkerstein. Der Vormauerziegel verfügt über eine leicht glänzende Salzglasur auf der Oberfläche, dadurch changiert die Fassade zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten sowie abhängig vom Sonnenstand in der Farbigkeit von braun bis schwarz. Außerdem wurden Fuß- und Glattsortierung im Verhältnis 70/30 gemischt und so die Natürlichkeit des Materials zusätzlich unterstrichen.

Um auf das Büroausbauraster von 1,35 m reagieren zu können, kam der Klinker im NF-Sonderformat mit den Abmessungen 235 x 115 x 71 mm zum Einsatz. Ergänzend bestand die Notwendigkeit, für die geplante Schrägstellung der oberen Geschosse 24 verschiedene Formsteinformate zu verwenden.

Bautafel

Architekten: Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg
Projektbeteiligte: Planungsgruppe Dröge Baade Nagaraj, Salzgitter (Tragwerksplanung); GIMA Girnghuber, Marklkofen (Klinker Typ Feletto)
Bauherr: Quantum Immobilien, Hamburg
Fertigstellung: 2009
Standort:
Domstraße 18, 20095 Hamburg
Bildnachweis: Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

Standort in Google Maps anzeigen