Einfamilienhaus in Braunschweig

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | ... | 25 |

Einschaliges Mauerwerk aus Kalksandstein mit Wärmedämmung

Am östlichen Rand des Braunschweiger Baugebietes Schunterterrassen steht das 185 m² große Einfamilienhaus der Familie Bachmann/Müller. Das ortsansässige Büro Ahad Architekten entwickelte einen zweigeschossigen weißen Baukörper für das 600 m² große Grundstück mit einem wunderbaren Blick auf den nahen Fluss Schunter.

Eine Abfolge von Ausschnitten und Einkerbungen gliedert den Baukörper und bietet gleichzeitig eine vielfache Verschränkung von innen und außen. Die Räume des Einfamilienhauses ordneten die Architekten in Abstimmung mit den Bauherren nach den Himmelsrichtungen und dem Sonnenverlauf. Im Erdgeschoss befinden sich die Wohn-, Koch- und Essbereiche, die alle gen Südwesten orientieren sind, sowie ein nach Norden ausgerichtetes Arbeitszimmer und ein Hauswirtschaftsraum. Dieser weist mit einem kleinen Fenster ebenfalls nach Norden zu einer kleinen Terrasse, von der aus auch die Küche zusätzlich Licht bekommt. Die Schlafräume der Familie sind im Obergeschoss untergebracht, zwei von ihnen öffnen sich nach Westen, das dritte Schlafzimmer verfügt über ein Südfenster. Der Luftraum über dem Essbereich soll die Verbindung von Erd- und Obergeschoss gewährleisten. Vor dem L-förmigen Wohn- und Essbereich befindet sich im Westen des Hauses ein großzügige, zweite Terrasse mit dem erwähnten Blick über die angrenzenden Schunterauen.

Für eine maximale Nutzung der Sonneneinstrahlung als Wärmegewinn entwickelten Ahad Architekten den Baukörper mit großen Öffnungen nach Westen. Die Nordfassade hingegen ist fast vollständig geschlossen. Im Inneren achteten sie auf eine Bauteilaktivierung der verbauten Materialien: Die Betondecken, der eingefärbte, geölte Estrichfußboden, die Kalksandsteinvollsteine und die verputzten Innenwände dienen so zur Speicherung der Sonnenenergie. Eine Solarthermieanlage, hinter dem Dachrand montiert, übernimmt die Brauchwassererwärmung durch Sonnenenergie. Die vertikalen Verbindungen für eine vorgesehene Photovoltaikanlage sind bereits angelegt.

Der nachhaltige Planungsansatz kam nicht nur bei der Energieversorgung zum Tragen, die Architekten verwendeten auch - wenn möglich - regionale Baustoffen. So bestehen z.B. alle Fensterflügel, Paneelen, Türen und auch das Garagentor aus heimischem Eichenholz. Die Doppelgarage wurde übrigens in den Baukörper integriert und bietet den Ladeanschluss für das Elektroautomobil.

Mauerwerk

Die Außenwände des weiß verputzen Baukörpers sind als einschaliges Mauerwerk mit Wärmedämmung ausgebildet. Vor dem Mauerwerk aus 240 mm Kalksandvollsteinen ordneten die Architekten eine 260 mm starke Wärmedämmung aus PS Hartschaum WLG 035 an.

Bei dem weißen Außenputz handelt es sich um einen Silikonharzputz. Im Inneren kam ein Gipsputz zum Einsatz. Einzig in den auskragenden Teilbereichen müssen aus statischen Gründen 240 mm Stahlbetonelemente das Mauerwerk aus Kalksandstein ersetzen.

Bautafel

Architekten: Ahad Architekten, Braunschweig
Projektbeteiligte: Drewes + Speth, Beratende Ingenieure im Bauwesen, Hannover; Hannes Gerber, Hannover (Tragwerk); Stefanie von Heeren, Hannover (Wärmeschutz); Kalksandsteinwerk Wendeburg Radmacher, Wendeburg (Kalksandstein)
Bauherr: Bachmann/Müller
Fertigstellung: 2010
Standort:
38108 Braunschweig