Dreifach-Sporthalle im fränkischen Feucht

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Kalksandstein in schlichter Strenge

Eine bescheidene und unprätentiöse Grundhaltung, die seit jeher die Bauten der mittelfränkischen Region auszeichnen, sollte nach dem Willen der Gemeinde Feucht die neue Sporthalle prägen. Sie sollte sich in Größe und Form an den benachbarten Bauten orientieren, ökologisch und nachhaltig sein und vor allem günstig in Erstellung und Unterhalt.

Die mit der Planung und Bauausführung beauftragte Architektengemeinschaft Brunner - Buhlmann aus Feucht schuf einen einfachen und klaren Bau, dessen Form, Materialien und  Farbigkeit sich bestens in die umgebende Bebauung einfügen. Damit die Halle trotz ihrer Größe nicht die Maßstäblichkeit der angrenzenden Schulen und einer weiteren Turnhalle sprengt, gruben die Architekten das Gebäude ein und reduzierten so die außen sichtbare Gebäudehöhe. Große Glasfassaden lassen viel Tageslicht hinein und geben den Blick auf ein angrenzendes Kiefernwäldchen frei.

Die Dreifach-Sporthalle mit einer Grundfläche von ca. 47 x 50 m ist in zwei Bereiche gegliedert: Das Spielfeld im Norden und die Nebenräume im Süden. Durch unterschiedliche Gebäudehöhen ist diese Zweiteilung auch von außen gut ablesbar. Bei einer Teilung der Halle in drei Bereiche wird jeder einzelne durch die  durchlaufenden Oberlichtbänder gleichmäßig mit Tageslicht versorgt. Da die Fensteröffnungen gen Norden orientiert sind und das Licht zusätzlich durch Milchglasscheiben gefiltert wird, konnte auf einen Sonnenschutz verzichtet werden. Hauptträger aus Leimholz gliedern den Innenraum und teilen die Oberlichter; bei geschlossenen Trennvorhängen verhindern sie eine Schallübertragung zwischen den drei Hallenbereichen.

Im transparenten Erdgeschoss befinden sich die Zuschauerplätze. Besucher betreten das Foyer durch einen Windfang und gelangen von dort zu den Rängen, die sich durch Teleskoptribünen erweitern lassen. Im östlichen Teil des Gebäudes nehmen eingeschobene, aus Kalksandstein erstellte Boxen Toiletten, Hausmeister- und Lagerräume auf. Im Untergeschoss sind die Umkleiden und die Technikräume untergebracht.

Mauerwerk
Die Wirkung des Gebäudes ist maßgeblich geprägt durch die verwendeten Materialien Glas, Kalksandstein und Holz. Geschickt spielen die Architekten mit dem Wechsel aus glatten Glasflächen und grafischem Mauerwerk, das sich - sehr schön detailliert - in scharfen Gebäudekanten zuspitzt. Dem Innenraum verleihen Holz und KS-Sichtmauerwerk eine warme und freundliche Atmosphäre.

Die Außenwände wurden mehrschalig ausgeführt: Eine 15 cm starke Mineralwolldämmung liegt zwischen dem 24 cm starken Kalksandstein-Sichtmauerwerk und einer 11,5 cm starken KS-Verblender-Schicht. Die Steine wurden im Läuferverband gemauert, dessen schlichte Strenge sowohl innen als auch außen den besonderen Reiz des Gebäudes ausmacht.

Bautafel

Architekten: Architektengemeinschaft Brunner - Buhlmann, Feucht
Bauherr: Markt Feucht
Fertigstellung: 2006
Standort: Schulstraße 26a, Feucht
Bildnachweis: KS-Original, Hannover (1 - 9); Architektengemeinschaft Brunner - Buhlmann, Feucht (10 - 13)

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