Umbau einer Industriehalle in Bregenz/A

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Sanierung zum Passivhaus

Der Umbau der 30 Jahre alten Halle 5 im Gewerbepark Wolfurt bei Bregenz zu einem Passivhaus, entstand unter dem Aspekt eines optimierten Umgangs mit energetischen Ressourcen. Die Sanierung der zweigeschossigen Industriehalle erfolgte mit geringfügigen Eingriffen in die Substanz des Gebäudes unter Berücksichtigung der Nutzungsmöglichkeiten und produktionstechnischen Funktionsabläufe. Der neue Firmenstandort eines Passivhaus-Haustechnik-Herstellers mit Produktion und Verwaltung verfügt nun über eine Nutzfläche von 3.300 m².

Die gesamte Gebäudehülle wurde mit einer 26 cm starken Wärmedämmung in Passivhausqualität erneuert und mit einer neuen Fassade aus schwarz lasierten Zementfaserplatten verkleidet. Zur optimalen Belichtung wurden an den Gebäude-Längsseiten großzügig dimensionierte Fensterbänder in Holzrahmenkonstruktion integriert, die aus Dreifach-Isolierverglasungen bestehen. Der U-Wert dieser Konstruktion beträgt 0,60 W/m²K. Der im Verhältnis zur Fassade relativ geringe Fensteranteil sorgt in den entscheidenden Hallenbereichen für eine hohe Tageslichtqualität und ist gleichzeitig die Basis für eine wirtschaftliche und zugleich sinnvolle energetische Systemlösung. Dieses betrifft insbesondere die Behaglichkeitskriterien während der Sommermonate, in denen ohne aktive mechanische raumlufttechnische Anlagen ein komfortables Innenraumklima erreicht wird.

Zur Erreichung des Passivhausstandards wurde zudem die Wärmedämmung des Daches von 14 cm auf 34 cm erhöht. Aufgrund der konstruktiven Detaillösungen hinsichtlich der Wärmebrücken, Luftdichtheit und der umlaufenden Perimeter-Dämmung im Bereich der Bodenplatte, wurde ein Passivhausstandard mit einem Heizwärmebedarf von 15 kWh/m²a mühelos erreicht.

Heizung/Energiekonzept
Aufgrund der neuen Bauphysik resultierten letztlich auch die Systemfindungen zur Anlagentechnologie. Hierzu wurde im Bürobereich die klassische Passivhaustechnik mit Be- und Entlüftung, Wärmerückgewinnung und für die Heizung- und Brauchwassererwärmung eine Luft/Wasser-Wärmepumpe installiert, die gleichzeitig die Abluftenthalpie nutzt. Im Bürobereich werden keine konventionellen statischen Heizflächen benötigt.

Die Beheizung der Produktions- und Lagerbereiche sowie des Schulungsraumes erfolgt über statische Radiator-Heizflächen. In diesen Bereichen wurde zudem aufgrund der geringen Schadstoffemissionen in Relation zur Raumgröße eine Umluftheizung integriert. Die Bereitstellung der geringeren Restwärme erfolgt hierbei über eine Grundwasser-Wärmepumpe.

Bautafel

Architekten: Gerhard Zweier, Wolfurt/A
Projektbeteiligte: Planungsteam E-Plus, Egg (Haustechnik); DI Ernst Mader, Bregenz (Statik)
Bauherr: Drexel und Weiss GmbH, Wolfurt und Wolfurt Leasing GmbH
Fertigstellung: 2005
Standort: Wolfurt/Bregenz, Österreich
Bildnachweis: Gerhard Zweier, Wolfurt