museum kunst palast in Düsseldorf

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Kunstpalast am Düsseldorfer Rheinufer

Am Düsseldorfer Rheinufer entstand 2001 der von Oswald Mathias Ungers teils renovierte und teils neu gebaute Kunstpalast. Auf der Rückseite erhebt sich der über einem Kreissegment aufragende neungeschossige Bau des Verwaltungsgebäudes des Energieunternehmens E.ON. Das Unternehmen hatte sich im Tausch für das Grundstück als Sponsor an der Finanzierung und am Unterhalt der Kulturinstitution beteiligt. Auf dem freigeräumten Grundstück entstand ein scharfkantiger, langgestreckter Kubus mit einer Ausstellungsfläche von 3.000 Quadratmetern hinter der erhaltenen Fassade des abgerissenen Altbaus von Wilhelm Kreis aus den zwanziger Jahren.

Erschlossen wird das 133 Meter lange Gebäude von einem mittig liegenden, knapp zwanzig Meter hohen Foyer unter einer flachen Kuppel. Hier nehmen zwanzig meterdicke, quadratische Stützen die Lasten auf. Insgesamt sind vier jeweils 750 qm große Ausstellungsräume entstanden. Der obere Raum mit einer Höhe von 12 Meter ist stützenlos und speziell zur Aufstellung von Skulpturen konzipiert worden. Erhellt werden die Räume durch quadratische Lichtboxen. Man erreicht die Ausstellungshallen durch ein großes Treppenhaus, von dem jeweils zwei Räume abgehen. Eingebunden in die Gebäude-Organisation ist der neue Robert-Schumann-Kammermusiksaal.

Der längsrechteckige Veranstaltungssaal fasst 850 Besucher und kommt auch akustischen Anforderungen entgegen. Wände und Decken sind mit Spitzahornfurnier verkleidet, der Boden ist aus rötlichem Schweizer Birnbaum, in den kaffeebraune Mooreichenquadrate eingelassen sind.
Neben den großzügigen Raumfluchten zeichnet sich das Gebäude durch eine präzise Detailgenauigkeit bei Wänden, Säulen und Treppenläufen aus.

Haustechnik/Heizung
Damit im Museum keine störenden Heizkörper die Sicht verstellen oder Aufmerksamkeit binden, entschieden sich die Planer für eine Fußbodenheizung, die zu einer gleichmäßigen Temperatur im Raum führt. Neben ihrer Funktion als Heizung wird diese auch zum Kühlen also zur Raumtemperierung eingesetzt. Dabei wurde der Bodenaufbau so konstruiert, dass er auch hohen Druckbelastungen standhält. Bei der Heizung handelt es sich um ein Kupferrohr-Heizsystem. Dabei wurden die Kupferrohre auf einer zweischichtigen, besonders belastbaren Wärme- und Trittschalldämmung mit einer Heizfläche von 1.805 m² verlegt. Zum Einsatz kamen 12.161 lfm Rohr mit den Abmessungen 14 x 0,8 mm in 109 Heizkreisen. Die Gesamtleistung der Fußbodenheizung beträgt 10.760 Watt, die Vor- und Rücklauftemperatur 45 bzw. 34,2° C.

Bautafel

Architekten: Oswald Mathias Ungers, Köln
Projektbeteiligte: IRS, Ingenieurgesellschaft für Bautechnik, Düsseldorf (Tragwerksplanung); PGH, Planungsgesellschaft für Haustechnik, Düsseldorf (Haustechnik); Wieland-Werke AG, Ulm (Fußbodenheizung); Wolfferts GmbH, Köln-Porz (Heizungsfachbetrieb)
Bauherr: Stadt Düsseldorf
Fertigstellung: 2001
Standort: Ehrenhof 4-5, Düsseldorf
Bildnachweis: Fotos: Wieland-Werke AG, Ulm; Grundriss: O.M. Ungers, Köln

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