Verwaltungszentrale in Konstanz

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Reduzierter Energiebedarf durch Lamellenfassade

Weltoffenheit und Fortschritt soll es transportieren, das neue Verwaltungsgebäude eines Unternehmens in Konstanz, das neue Medikamente erforscht und entwickelt. Eine modulare Grundrissplanung, intelligente Klimatechnik in Kombination mit einer multifunktionalen Lüftungsfassade und steuerbaren Glaslamellen als Sonnenschutz, gewährleisten Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit.

Auf einer quadratischen Fläche von 59,40 x 59,40 m umschließen vier windmühlenartig angeordnete gleiche Baukörper einen eingestellten inneren Kubus, zugleich Herzstück und Zentrum des Gebäudes. In den vier Gebäudeflügeln sind die Bürobereiche angeordnet. Konferenz- und Seminarbereiche befinden sich im inneren Kubus in der Eingangsebene unterhalb der Gebäuderiegel. Zentraler Treffpunkt ist das ganzjährig nutzbare Atrium. Im Winter wird es leicht beheizt, im Sommer sorgen die natürliche Lüftung und die Fußbodenkühlung für ein angenehmes Raumklima. Den oberen Abschluss bildet ein Foliendach, das durch natürliche Belichtung das Pflanzenwachstum begünstigt und als Pufferzone dient.

Das Gebäude verfügt über zwei Tief- und ein Zwischengeschoss sowie vier Ebenen über Terrain. Um die Verkehrsströme gut steuern zu können und Ruhezonen zu schaffen, verläuft die Gliederung horizontal. Im Erdgeschoss sind das Foyer, ein Informationszentrum sowie ein Konferenzzentrum angeordnet. Eine Ebene darunter befinden sich Restaurant und Cafeteria und noch eine Ebene tiefer ist ein Großteil der Technik- und Lagerflächen untergebracht. Die Zwischengeschossebene nimmt allgemeine Lagerfunktionen, Bürobereiche und einen Sanitär- und Garderobenbereich für die Besucher des Mitarbeiterrestaurants auf.

Platz für rund 500 Arbeitsplätze bieten die auf einem Raster von 1,35 m gründenden Büros. Sie umschließen in zweibündig geschlossener Form das innenliegende Atrium und werden durch flexible, teiltransparente Systemtrennwände unterteilt  Außer den Büros gibt es eine Vielzahl kleinerer und größerer Besprechungsbereiche sowie Seminar- und Tagungsräume. Erschlossen werden die Geschosse über vier, jeweils um 90° gedrehte Treppenhauskerne mit Versorgungsschächten. Im Bereich dieser Kerne sind Aufzüge, Nebenräume und Servicebereiche angeordnet.

Als hoch wärmegedämmte Pfosten-/Riegelkonstruktion mit Dreifachverglasung ist die Fassade ausgeführt. Geschosshohe, bedruckte Glaslamellen umhüllen die Bürogeschosse an der Außenseite. Wie eine Sonnenblume folgen sie dem Sonnenstand und reagieren auf Regen- und Windeinflüsse. Ein integriertes Alugewebe in den drehbaren Glaslamellen sorgt für einen effizienten Sonnenschutz.

Haustechnik
Im integralen Zusammenspiel aller Systemkomponenten unterschreitet der Primärenergiebedarf von 70 kWh/m²a die Zielvorgaben des Bauherren bei Weitem. Bestandteile des Energiekonzeptes sind die optimierte Bauphysik und die ökologische Wärmeerzeugung mittels Pellets-Wärmeerzeuger sowie die adiabate Kühlung zur nächtlichen Ladung der Bauteilaktivierung bei. Zur Konditionierung der Büroräume wurden die Decken als bauteilaktivierte Decken zum Heizen und Kühlen ausgeführt. Die Bereitstellung der statischen Grundlast wird durch die im Bodenbereich der Fassaden installierten Unterflurkonvektoren gedeckt. Die Lüftung der Büroräume erfolgt über die öffenbaren Fensterelemente in der Fassade.

Alle Technikbereiche mit Heiz- und Klimazentrale, dem Sprinklertank und der Sprinklerzentrale sowie die Trafostation mit einem Notstrom-Dieselaggregat sind im untersten Geschoss angeordnet.

Bautafel

Architekten: Petzinka Pink Architekten, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Welschede, Hermann und Beratende Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung); DS-Plan, Mühlheim/Ruhr, Stuttgart, Köln (Bauphysik, Fassadenplanung, Technische Gebäudeausrüstung); HPP Beratende Ingenieure, Bielefeld (Brandschutz); ag Licht, Bonn (Lichtplanung)
Bauherr: Nycomed GmbH, Konstanz
Fertigstellung: 2008
Standort: Byk-Gulden-Straße, Konstanz
Bildnachweis: Taufik Kenan, Berlin

Architektenprofil

Petzinka Pink Architekten
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