Thermalbad in Erding

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Mehrfachnutzung geothermischen Heizwassers

Die Therme liegt inmitten von Feldern vor den Toren der Herzogstadt Erding. Mit ihrer großen gläsernen Kuppel ähnelnd der Bau äußerlich einem gelandeten UFO. Tagsüber reflektiert die gläserne Außenhaut die Sonne, während sie in der Abenddämmerung und nachts von innen bläulich schimmert. Unter der 56 Meter überspannenden Glaskuppel befindet sich ein großzügiger Badebereich.

Im direkt neben der Therme liegenden Geothermieheizwerk eröffnet die regenerative Technologie ein vollkommen neues Nutzungskonzept. So wird das geothermische Heizwasser in Erding mehrfach genutzt. Die so genannte "Ardeoquelle" liefert Tiefenwasser zur Fernwärmeversorgung, zum Baden für die Therme und außerdem Trinkwasser. Dabei sind die Kreisläufe natürlich streng voneinander getrennt. Für 2009 ist zudem der Anbau eines Heilbades geplant.

Haustechnik
Aus einer Tiefe von ca. 2.350 Metern wird 65°C warmes Wasser mit einer Brunnenpumpe, die in ca. 230 m Tiefe hängt, an die Erdoberfläche gepumpt. Für das Bad werden rund 24 l/s-Thermalwasser (90 m³/h) bzw. täglich 2.000 m³ genutzt. Das entspricht einem jährlichen Energiebetrag von 28.000 MWh, vergleichbar einem fossilen Heizölbedarf von 3.000.000 l. Zudem erspart diese regenerative Energienutzung der Erdinger Luft eine CO2-Emissionsbelastung von rund 7.000 Tonnen im Jahr.

Innerhalb der Geothermiewärmezentrale wird dem Thermalwasser über einen Wärmeübertrager ein Teil seiner Wärme entzogen und für die Fernwärmeversorgung genutzt. Die dadurch gewonnene Wärmeenergie wird in ein neu aufgebautes Fernwärmenetz abgegeben. Darüber hinaus wird das Thermalwasser an das Thermalbad mit verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Bäder- und Balneologieanwendungen abgegeben. Und als dritte Nutzung wird das Wasser nach Abkühlung zu Trinkwasser aufbereitet und in das Trinkwassernetz der Stadt Erding eingespeist. Eine weitere Nutzung als Heil-/Mineralwasser ist in Planung.

Die Therme wird täglich mit rund 100 m³ Badewasser aus der Ardeoquelle beliefert. Um das 65 °C warme Thermalwasser aufbereiten zu können, wurde es zuvor über die Wärmeübertrager und die Wärmepumpe auf ca. 20 °C abgekühlt. Das Wasser wird anschließend in einem weiteren Wärmeübertrager wieder auf die für die Badebecken erforderliche Temperatur von 33 °C angehoben. Der erforderliche Betriebsdruck wird durch eine Anlage mit Pumpstation (10 l/s pro Pumpe) und anschließendem Edelstahl-Druckkessel erzeugt.

Bautafel

Architekten: Josef Wund, Friedrichshafen
Projektbeteiligte: IB Karbus, Friedrichshafen (Statik); IB Grad, Oberteuringen (Planung Haustechnik); Feurer, Riedlingen (Ausführung HKLS); Rehe, München (Lüftung); Stangl, Deggendorf (Sanitär)
Bauherr: Therme Erding Grund II GmbH, Erding
Fertigstellung: März 2007
Standort: Thermenallee 1, Erding
Bildnachweis: Therme Erding Spa

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