Spreewald Therme in Burg

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Vollautomatische Wasseraufbereitung

Mitten im Biosphärenreservat Spreewald sprudeln heiße Sole-Thermalquellen in der Tiefe der Erde. Das Gebäude der Spreewald Therme mit einer Bade-, Sauna und Wellness-Landschaft wurde als offenes Gebilde gestaltet. Die zentrale Eingangshalle erstreckt sich über zwei Geschosse und erschließt sämtliche Bereiche wie Umkleiden, Sauna, Restaurant, Laden sowie externe Räume im Obergeschoss. Der Empfangsbereich mit Kassenteil wurde als zentraler Anlauf offen und einladend ausgeführt. Über den Stiefelgang ist der Zugang zum Fitnessbereich im Obergeschoss sowie zur Verwaltung im Untergeschoss möglich. Der Weg ins Bad führt durch die Duscheinheiten direkt in den Badebereich, der sich nach Süd-Westen orientiert. Der Wintergarten schiebt sich aus der Fassade nach Süden vor.

Um die Identifikation zum Spreewald zu stärken, wurden überwiegend ortstypische Materialien verwendet. Hierzu gehören auch zwei Reetdächer über dem nördlichen Gebäudeteil, das Sichtmauerwerk aus Ziegel und die Verwendung von Holz in Konstruktionen und Verkleidungen.

Haustechnik

Heizungstechnik
Die Beheizung der Therme erfolgt mittels zweier Gas-Brennwert-Wärmeerzeuger mit einer Nennwärmeleistung von je 720 kW. Durch die Enthalpienutzung der Abgase wird eine zusätzliche Heizleistung von je 67 kW gewonnen. Die Gesamt-Nennwärmeleistung beträgt damit 1.574 kW. Die Sauna, Dampfbäder, die Sole-Inhalation Schwimmhalle sowie der Wintergarten Schwimmhalle wurden mit einer vollflächigen Fußbodenheizung ausgerüstet.

Sanitärtechnik
Die Trinkwasserversorgung erfolgt einerseits aus dem öffentlichen Netz und andererseits über einen eigenen Brunnen. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Wassermenge aus dem öffentlichen Netz mit max. 3,5 l/s und 3,1 bar wird damit nur der Gastronomiebereich mit der zugeordneten Warmwasserbereitung versorgt. Durch den auf dem Grundstück befindlichen Saugrohrbrunnen wird der restliche Wasserbedarf gedeckt. Zur Aufbereitung des Brunnenwassers im Bypassstrom wird Ozon zugegeben. Die einwandfreie Trinkwasserqualität wird durch einen in Reihe nachgeschalteten Reaktionsbehälter und eine Sandfilter-Pendelanlage mit zwei Filterbehältern garantiert.

Zur Warmwasserbereitung wurden zwei Boiler mit je 2.000 l Inhalt aufgestellt. Die Boilergröße wurde aus Durchströmungsgründen auf diese Maximalgröße begrenzt. Die Erwärmung erfolgt im Ladesystem mittels zweier parallel verrohrter Platten-Wärmeübertrager.

Badewassertechnologie
Um die Bedingungen hinsichtlich der Temperaturen und Wasserbelastungen zu erfüllen bzw. die Grenzwerte der Wasserqualität zu garantieren, wurde die gesamte Wasseraufbereitung der verschiedenen Becken in fünf unabhängige Badewassersysteme unterteilt. Hierbei wurden die Volumenströme unter Berücksichtigung der KOK-Richtlinien für den Bäderbau und der DIN 19463 dimensioniert. Der Betrieb der Anlagen erfolgt vollautomatisch mit pneumatischen Armaturen und zusätzlichem Handbetrieb.

Die Attraktionsanlagen sind mit dem Anlagebetrieb verknüpft, so dass eine abwechselnde Benutzung gewährleistet ist. Hierdurch kann die Beckenbelastung gesteuert und gleichzeitig auch Energie eingespart werden. Einem Teil der Beckenkreisläufe wird über die Brunnenwasserversorgung mit Voraufbereitung Frischwasser zugeführt. Das erwärmte Frischwasser (Füllwasser) wird in das Schwallwasserbecken als Stetszulauf eingeleitet. Entsprechend der Anlagenzugehörigkeit wurden die Wasseraufbereitungsanlagen und die Membranzellen-Elektrolyseanlagen innerhalb der Filtertechnik und im Technikbereich des Untergeschosses integriert.

Gebäudeleittechnik
Mit der Gebäudeleittechnik werden die Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen der unterschiedlichsten Gewerke in einem System erfasst, protokolliert und überwacht. Dies ermöglicht eine zentrale Analyse und Überwachung der wesentlichen Kenngrößen auch innerhalb des Systems und sorgt für die Alarmierung.

Bautafel

Architekten: Architekturbüro 4a, Stuttgart
Projektbeteiligte: Hochtief, Berlin (Generalunternehmer), Kannewischer, Zug/CH und Baden-Baden (Technische Gebäudeausstattung)
Bauherr: Spreewald Therme GmbH, Burg
Fertigstellung: 2006
Standort: Burg
Bildnachweis: Spreewald Therme, Fotograf: Roland Halbe, Stuttgart

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