Sanierung der Kindertagesstätte "Plappersnut" in Wismar
Energetische Verbesserung der Bausubstanz
Die Sanierung der 1973 gebauten Kindereinrichtung erfolgte zwischen 2004 und 2005 mit dem Ziel der drastischen Minderung der laufenden Betriebskosten durch Energieeinsparung. Durch den Abriss eines Verbindungsbebäudes zwischen zwei längsgerichteten Baukörpern entstand ein Zwischenraum, der mit einer lichtdurchlässigen Membrandachkonstruktion überdacht wurde. Hier sind jetzt 1.000 m² Fläche als Spielbereich zur Ergänzung der Gruppenräume und Außenbereiche mit 54 Metern Länge und 18 Metern Breite. Außerdem trägt dieser nichtbeheizte Zwischenklimabereich zur Reduktion der Transmissions- und Lüftungswärmeverluste bei. Die Längsseiten der Außenfassaden sind mit einer hinterlüftete Holzschalung verkleidet. Die Giebelseiten der sanierten Bestandsgebäude wurden mit Vakuumisolationpaneelen gedämmt, die dazwischen liegende Fassade des Spielbereichs wurden in Glas ausgeführt.
Haustechnik
Lüftung
Die Belüftung der Gruppenräume erfolgt über eine mechanische Abluftanlage. Dabei strömt Zuluft von der Zwischenklimazone zwischen den beiden Längsbaukörpern durch im Fensterrahmen integrierte Zuluftelemente. Durch die Vorerwärmung liegt die Zulufttemperatur in der Regel über der Außenlufttemperatur. Die Abluft der Nass-und Gruppenräume wird mittels Ventilatoren abgesaugt. Das Verdampfermodul der Wärmepumpe befindet sich im Abwärmestrom. Dies ermöglicht die Nutzung der Abluftwärme zur Brauchwassererwärmung. Die Zwischenklimazone wird über Lüftungsöffnungen auf den Giebeseiten um im Bereich der Lichtbänder frei belüftet.
Wärmeerzeugung
Die Wärmeerzeugung für Heizung und Trinkwassererwärmung erfolgt durch zwei Gas-Brennwertkessel mit angepasster Leistung (je 47 kW). Auf dem Dach wurde ein Kollektor mit einer Absorberfläche von 17,2 m² aufgestellt. Die gewonnene Wärme wird an einen Schichten-Kombispeicher abgegeben, in dem ein Warmwasserspeicher integriert ist, der die Küche mit Brauchwasser versorgt. Der Schichten-Kombispeicher wurde im Heizkreis der Heizanlage eingebunden, um überschüssige Wärme im Winter zur Heizungsunterstützung nutzen zu können. Das für die Gruppenräume benötigte warme Wasser wird mit der Abluftwärmepume im Speicher erwärmt. Für die tägliche Aufheizung sorgen ein am Heizkreis angeschlossener Wärmetauscher und ein Heizstab.
Wärmeverteilung und -übergabe
Das Wärmeverteilernetz ist in zwei Heizkörperheizkreise für die beiden Gebäuden aufgeteilt. Die Verteilleitungen verlaufen innerhalb der beheizten Hülle. Als neue Heizkörper wurden Flach- und Kompaktheizkörper gewählt, die sowohl an den Außenwänden als auch an den zur Zwischenklimazone des Spielbereichs angrenzenden Außenwänden unterhalb der Fenster angebracht wurden.
Das Gebäude wurde mit dem Bauphysik-Preis 2005, der für besondere Planungsleistungen auf den Gebieten Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz verliehen wird, ausgezeichnet.
Bautafel
Architekten: IGEL Institut für Gebäude + Energie + Licht Planung, Wismar
Projektbeteiligte: Lehrstuhl für Baukonstuktionen und Bauphysik, Universität Rostock (Wissenschaftliche Begleitung)
Bauherr: Hansestadt Wismar
Fertigstellung: 1972/2005
Standort: Zanderstraße, Wismar
Bildnachweis: IGEL Institut für Gebäude + Energie + Licht Planung, Wismar
