Paul-Löbe-Haus in Berlin

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Flächenheizung aus Kupfer

Das Paul-Löbe-Haus ist die Fortführung des "Band des Bundes" in Berlin-Mitte. Das siebengeschossige Gebäude beherbergt die Abgeordnetenbüros und die Ausschusssitzungssäle des Deutschen Bundestages.
Der Münchner Architekt Stephan Braunfels, der 1994 als Sieger aus dem ausgeschriebenen Wettbewerbs hervorging, hat einen strengen Gebäuderiegel entworfen, mit einer imposanten 200 Meter langen beeindruckenden Halle. Das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus bilden die östliche Fortsetzung des „Band des Bundes“, dem städtebaulichen Konzept von Axel Schultes, das mit Kanzlergarten und Kanzleramt im Westen beginnt. Die beiden Gebäude bilden einen Brückenschlag über die Spree und formen einen neuen Stadtraum an den beiden Spreeufern. Die regelmäßige Kammstruktur, mit den dreiseitig transparent umschlossenen Außenhöfen und den sich von den Kämmen lösenden eingestellten Sonderbaukörpern, lässt vielfältige Einblicke in das Innenleben des Deutschen Bundestags zu.
Durch die aufgelöste Struktur sind alle Büros und Sonderflächen tagesbelichtet und die Ausblicke der Parlamentarier öffnen sich zum Reichstag oder zum Spreebogen.
Im Norden und Süden formen die Sichtbetonelemente städtebauliche Kanten, im Westen und Osten dagegen öffnet sich die Sichtbetonskulptur mit großen Glasfassaden, die freien Durchblick vom Forum bis zur Parlamentsbibliothek am anderen Ufer der Spree ermöglichen.

Haustechnik/Heizung
Für das Paul-Löbe-Haus wurde eine 3.230 m² große Photovoltaikanlage entwickelt, deren Solarmodule in das Dach integriert sind. Sie dienen zugleich als Verschattungselemente, die die direkte Sonneneinstrahlung dämpfen. Der erzeugte Strom deckt allerdings nur einen Teilbedarf der Elektroenergie, die Grundversorgung erfolgt über das Blockheizkraftwerk.
Um die Architektur im verglasten Foyer nicht durch Heizkörper zu beeinträchtigen, wurde die Fußbodenheizung cuprotherm der Wieland-Werke AG gewählt, die nicht als formales Element in Erscheinung tritt. Die Planer entschieden sich für ein Heizsystem aus Kupferrohren, um absolute Diffusionsdichte zu erreichen. Die Diffusionsdichte verhindert das Eindringen von Sauerstoff in die Heizungsanlage, die zu einer Verschlammung führen kann, zudem werden Stahlteile wie z.B. Heizkessel und Verteiler vor Korrosion geschützt. Im Paul-Löbe-Haus wurden in elf Tagen 26.116 lfm ummanteltes Rohr in 15 Heizkreisen für eine Heizfläche von 3.619 m² verlegt. Bei einer Vor- und Rücklauftemperatur von 43° C bzw. 27° C wird eine durchschnittliche Raumtemperatur von 20° C erzeugt. Der Durchmesser der Rohre beträgt 14 x 0,8 mm.

Bautafel

Architekt: Stephan Braunfels Architekten, Berlin/München
Projektbeteiligte: Karin Melcher, Günter Kaesbach, Philippe Vernin (Projektleitung); SSP Sailer, Stepan&Partner - München (Tragwerksplanung); CBP Cronauer, München (Projektsteuerung und Bauüberwachung); R+R Fuchs, München (Fasssadenplanung); HL-Technik, München (Haustechnik); HPP Berlin (Bauüberwachung); Adelheid Schönborn, München (Gartenarchitektur); Wieland-Werke AG, Ulm (Fußbodenheizung); Energieanlagenbau Nord GmbH, Neubrandenburg (Heizungsfachbetrieb)
Heizungsplanung: Planungsbüro Letschert, Raubach
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland vertreten durch Bundesbaugesellschaft Berlin mBH
Fertigstellung: Juli 2001
Standort: Berlin-Mitte
Bildnachweis: Wieland-Werke AG, Ulm (1); Linus Linder, Berlin (2,3)

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