Kunsthaus in Zürich/CH

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Wegweisende Gebäudetechnik

Das Kunsthaus Zürich besteht aus dem 1910 errichteten dreigeschossigen Hauptbau mit niedrigerem Seitenflügel am Heimplatz sowie dem 1925 an der Rückseite des noch vom Jugendstil geprägten Haupthauses errichteten Erweiterungsbau von Karl Moser. Ein zweiter Erweiterungsbau mit dem großen Bührle-Saal für Wechselausstellungen, Restaurant und Vortragssaal der Gebrüder Pfister wurde 1958 quer zum Hauptgebäude angeordnet. Er ist durch gläserne Gänge mit dem Hauptgebäude verbunden. Die rückwärtigen Erweiterungsbauten erstellte Erwin Müller 1976 als abgetreppte Gebäude zum Hirschengraben.

Um die internationalen Klima- und Sicherheitsstandards für Leihgaben zu erfüllen, wurde die Haustechnik des historischen Gebäudes vollständig erneuert. Die einzelnen Ausstellungsräume mit einer Fläche von über 7.000 m² wurden auf den neusten Stand von Klima-, Licht- und Sicherheitstechnik gebracht und denkmalpflegerisch restauriert. Die sichtbarsten Zeichen der Veränderung sind die neuen Farben in den historischen Räumen und ein großzügig gestaltetes Besucherfoyer.

Durch die Glasdächer des Gebäudebestandes, die im Stil der klassischen Oberlichtgalerien ausgeführt wurden, drang bisher insbesondere in die Räume für Gemäldeausstellungen zu viel Licht. Aus diesem Grund wurde im Zuge der Sanierung der Dächer auch ein Lichtführungssystem integriert, dass aus liegenden Glaslamellen besteht. Die für die Besucher unsichtbaren Lamellen und Storen sorgen dafür, dass das natürliche Licht nur gefiltert in die Ausstellungsräume gelangt.

Haustechnik
Der größte Aufwand bei der Sanierung der Kunsthalle musste für die Modernisierung der Gebäudetechnik aufgebracht werden. Dagegen wurde für den sichtbaren baulichen Teil der Erneuerung nur ein Drittel der Investition beansprucht. Höchste Anforderungen wurde an die Raumlufttechnik, Innenraumbeleuchtung und Sicherheitstechnologie insbesondere der Ausstellungssäle gestellt. In den meisten Ausstellungsräumen wurde eine neue Umlüftung installiert, bei der die erforderliche Außenluftzufuhr je nach Personen-Frequentierung über die automatisch gesteuerten Glaslamellen erfolgt, über die auch das Tageslicht einfällt. Mit dieser Anlagentechnik lassen sich die Raumluftfeuchten und - temperaturen auf konstante Werte halten bzw. in einem minimalen Bereich ausregeln.

Das Gebäudeautomatisierungssystem wurde so programmiert, dass der tägliche Sonnenstandsverlauf sowie die jahreszeitlichen Veränderungen berücksichtigt werden. Tageslichtsensoren überwachen das Ergebnis, wobei je nach Bedarf automatisch künstliches Licht zugeschaltet wird.

Die neuen Technikzentralen wurden in die Untergeschosse verlegt. Da unmittelbar vor der Sanierung die Energieversorgung auf Erdgas umgestellt wurde, konnte der Platz des voluminösen Tankraumes zur Aufstellung der Kältemaschinen und des BHKW genutzt werden.

Bautafel

Architekten: s a m Architekten und Partner, Zürich
Projektbeteiligte: Brunner Haustechnik, Wallisellen (HLKS); Amstein und Walthert, Zürich (Elektrotechnik); Riesen Elektroplanung, Zürich (Sicherheitstechnik); Institut für Tageslichttechnik, Stuttgart, (Tageslichtplanung); Bauphysik Meier AG, Dällikon (Bauphysik/Akustik), Tuchschmid AG, Frauenfeld (Oberlichter/Glaslamellen); Burkhalter AG, Zürich (Gebäudeautomatisation); Siemens AG, München (Alarm-, Brandmeldeanlagen)
Bauherr: Stiftung Züricher Kunsthaus
Fertigstellung: 2005
Standort: Heimplatz, Zürich, Schweiz
Bildnachweis: Hannes Henz, Zürich (2); sam architekten, Zürich (1,3); Kai Konopacki, Zürich (4)

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