Halle "J" im Güterverkehrszentrum in Ingolstadt

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Optimaler Energieeinsatz

Das Gebäude "J" im Service Center des Güterverkehrszentrum in Ingolstadt verfügt über eine Bruttogrundrissfläche von 10.000 m². Es teilt sich in zwei Nutzungsbereiche: einem Ausbildungszentrum im Erdgeschoss mit Filmstudio und Büroräumen im 1. Obergeschoss sowie einem Hotel im 2. Obergeschoss. Im Zentrum des Neubaus mit quardatischem Grundriss ist ein Atrium angeordnet. Als Verglasung wurde Isolierglas gewählt wobei der Sonnenschutz durch die im Scheibenzwischenraum angeordneten Jalousien erfolgt. Die vorgehängten Fassaden mit integrierten Photovoltaikelementen bilden das gestalterische Element. Das Gebäude wurde so geplant, dass neben den Gestaltungskriterien eine größtmögliche Flexibilität der Gebäudenutzung bei einem optimalen Energieeinsatz und einer gesicherten Wirtschaftlichkeit ermöglicht wird.

Haustechnik
Hinsichtlich eines optimalen Energieverbrauchs setzten die Architekten bei der Gebäudetechnik auf erneuerbare Energien. Sie besteht aus einer Symbiose von Wärmepumpen mit Erdsondeneinsatz, Bauteilaktivierung, Wandflächenheizungen, freie Kühlung durch Nachtkühlung, Solarthermie, solargestützte Klimatisierung und fassadenintegrierten Photovoltaikmodulen.

Der Erdspeicher besteht aus 72 Tiefensonden, die bis zu 40 m tief reichen und aus einem Betonspeicher mit integrierten Rohrregistern. Die Wärmepumpenanlage mit einer Leistung von 18 kWp besteht aus fünf Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 320 kW und einer Kälteleistung von insgesamt 240 kW. Die Abwärme der Kondensatoren der Wärmepumpen wird über die Sorptionsrotoren der zwei DEC-Anlagen genutzt, um das Gebäude mit der erforderlichen Energie zur Gebäudeheizung und Brauchwassererwärmung zu versorgen. Für die Solarthermieanlage wurden auf dem Flachdach Solarmodule mit einer Gesamtfläche von 300 m² aufgeständert. Die Kollektoranlage dient einerseits zur Heizungsunterstützung, stellt jedoch primär die Regenerations-Heizleistung für die DEC-Anlage zur Verfügung. Die Kühlung erfolgt analog zur Heizung über die Wärmepumpen und die Bauteilaktivierung. Die fassadenintegrierte PV-Anlage besteht aus 228 Dünnschichtmodulen, die auf einer Gesamtfläche von 397 m² angeordnet sind.

Das Gebäude wird messtechnisch von der Fachhochschule Ingolstadt, Fachbereich Solartechnik, erfasst und ausgewertet.

Bautafel

Architekten: pbb Architekten und Ingenieure, Ingolstadt
Projektbeteiligte: pbb Gebäudetechnik, Ingolstadt (Planung Haustechnik); Sun-System, Wörgl (Heizungstechnik); Dimperl und Gebr. Peters, Ingolstadt (RLT und Kälte); Scheu & Wirth, Regensburg (Sanitär)
Bauherr: IFG, Gesellschaft für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung mbH, Ingolstadt
Fertigstellung: 2004
Standort: Pascalstr. 6, Ingolstadt
Bildnachweis: pbb Architekten + Ingenieure, Ingolstadt

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