Dreifachsporthalle in Ingolstadt

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Minimale Energie für maximale Behaglichkeit

Der Neubau der Dreifachsporthalle im bayerischen Ingolstadt wurde auf einer vorhandenen Tiefgarage errichtet. Das Gebäude setzt sich aus einer ebenerdig erschlossenen Dreifachhalle mit zweigeschossigem Versorgungstrakt auf der Ostseite und zwei notwendigen Treppenhäusern zusammen. Im Erdgeschoss sind die Technik- und Geräteräume sowie die Umkleide-, Wasch- und WC-Räume für die Lehrer sowie ein mit Blick in die Halle verglaster Sportlehrerraum angeordnet. Im Obergeschoss befinden sich die Umkleide-, Wasch- und WC-Räume der Sportler.

Planung und Umsetzung der Sporthalle erfolgte nach den Prinzipien des "Climadesigns". Danach sollen Gebäude mit einem Minimum an Energie dem Nutzer ein Maximum an Behaglichkeit bieten. So wurden bereits während der Vor- und Entwurfsplanung die wesentlichen Festlegungen zur Fassade, der städtebaulichen Eingliederung, der Anforderungen an die Behaglichkeit, an das Haustechnikkonzept, den Sonnenschutz sowie zum Tragwerkskonzept getroffen und diese in der Ausführungsplanung nur noch im Detail optimiert. Mit der Beschränkung auf wenige Projektbeteiligte konnten zudem die Schnittstellen reduziert werden, was die Koordination untereinander vereinfachte.

Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung gerecht zu werden, mussten die Fundamente und Stützen der Halle von der darunter liegenden Tiefgarage wärmetechnisch entkoppelt werden. Zu diesem Zweck wurde der Hallenboden angehoben und eine hochfeste Dämmung zwischen Garagendach und Hallenboden eingebracht. Neben der Vermeidung von Wärmebrücken dient der Zwischenraum zur Aufnahme von Bodenkanälen zur Verlegung von Leitungen, Kabel und Kanälen. Die verbleibenden Bereiche wurden mit einem wärmedämmenden Leichtbetongemisch aufgefüllt.

Für eine ausreichende Tageslichtversorgung in der Halle wurde der erforderliche Fensterflächenanteil mit Hilfe eines Tageslichtsimulationsprogrammes ermittelt. Die besten Ergebnisse erzielten horizontal verglaste Oberlichter. Sie bestehen aus einer äußeren Glasscheibe, Sonnenschutzglas, einer inneren Glasscheibe sowie einem Verbundsicherheitsglas mit hellmatter Folie zur Lichtstreuung. Der U-Wert dieser Verglasung beträgt 1,1 W/m²K, der g-Wert 26 %. Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei 41 % und ist streuend. Um die Tageslichtversorgung zusätzlich zu erhöhen, wurde der Reflexionsgrad des Bodens auf 25 bis 40 % erhöht. Die Fassade wurde mit einer transparenten Verglasung und einem als Sonnenschutz dienenden Lochblech ausgeführt.

Heizung/Energiekonzept
Die Wärmeversorgung erfolgt über einen modulierenden Gas-Brennwertkessel mit einer Leistung von 225 kW. Über eine freistehende Kaminanlage wird das Rauchgas wird über Dach geführt. Die Dreifachsporthalle ist mit einer Schwingbodenheizung (Flächenheizung, die in die Unterkonstruktion des Schwingbodens integriert ist) ausgerüstet. Jede Einzelhalle ist getrennt regelbar.

Die Sporthalle kommt ohne mechanische Raumlüftungstechnik aus. Sie wird zu einem Teil mit über die ohnehin erforderliche mechanische Lüftung der Nassräume und Umkleiden be- und entlüftet. Dazu wird die Zuluft in die Halle eingeblasen, strömt über schallgedämmte Elemente in die Umkleiden und wird innerhalb der Waschräume abgesaugt. Die Geräteräume werden ebenfalls mittels Abluftabsaugungen durchspült. Durch die zugfreie Einbringung der Außenluft in die Sporthalle ist auch für den Winterbetrieb eine behagliche Raumnutzung möglich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Halle mittels Stoßlüftung über den Lüftungsflügel zu durchspülen.

Im Winter und in der Übergangszeit wird die Zuluft mit konstanter Temperatur und im Sommer in Abhängigkeit von der Außenlufttemperatur eingeführt. Zur Einhaltung behaglicher Temperaturen im Sommerbetrieb wird die Sporthalle ohne Einsatz eines Kälteaggregats über die Fassadenklappen und Oberlichter natürlich be- und entlüftet. Aus energetischen Gründen dient die natürliche Lüftung auch zur Nachtauskühlung, um die im Tagesbetrieb eingetragene Wärme betriebskostensparend abzulüften. Die Lüftungsflügel werden in Abhängigkeit von der Innen- zur Außentemperatur programmgesteuert geöffnet oder geschlossen. Sowohl die Sporthalle als auch die Treppenhäuser sind mit Rauch- und Wärmeabzugseinheiten (RWAs) ausgerüstet. In der Sporthalle dienen die insgesamt acht Oberlichter als RWA-Öffnungen, in den Treppenhäusern wurde eine RWA-Dachkuppel eingebaut.

Bautafel

Architekten: Karl Frey, Diözesanbauamt Eichstätt
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Hausladen, Kirchheim (Climadesign, HKL); Martin Kirschner, Kirchheim; Sailer Stepan Partner, München (Statik); Graule GmbH, Nördlingen (Ausführung Sanitär); Karl Reindl GmbH, Berching (Ausführung Heizung/Raumlufttechnik)
Bauherr: Katholische Canisiusstiftung, Ingolstadt
Fertigstellung: 2006
Standort: Bergbräustraße, Ingolstadt, Bildnachweis: Martin Kirschner, Kirchheim (1,3,4) und Florian Hausladen, Kirchheim (2)

Surftipps

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