Bundespräsidialamt in Berlin

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Wärmeschutz auf Basis des Niedrigenergiehausstandards

Südlich des Schlosses Bellevue entstand 1998 nach einem Wettbewerb das viergeschossige Verwaltungsgebäude des Bundespräsidialamtes für annähernd 150 Mitarbeiter. Der elliptische Bau mit einer Länge von 75 und einer Breite von 38 Metern bezieht sich in seinen Proportionen auf den Ehrenhof des Schlosses. Die Fassade ist mit dunklem, polierte Naturstein verkleidet, in der sich der Baumbestand des Tiergartens spiegelt. Die Holzkastenfenster sind bündig in die Fassade eingelassen und lassen sich nach außen öffnen.
Im hellen Inneren des ringförmigen Baukörpers wurde ein etwas erhöhter Quader eingestellt, der oben bündig mit den Wänden des Ovals abschließt. In diesem Querriegel sind Treppenhäuser, Besprechungsräume und Teeküchen untergebracht. Die Verbindung der Obergeschosse der beiden Baukörper erfolgt über Brücken.
Der Innenhof ist mit einem flach geneigten Glasdach überdacht.

Haustechnik/Heizung
Für das Bundespräsidialamt wurde der energiesparende Wärmeschutz auf Basis des Niedrigenergiehausstandards angewandt. Für das Dach wurden auf Grund der elliptischen Form Photovoltaik-Sondermodule entwickelt, die aus 144 Modulvarianten mit unterschiedlich gebogenen Flächenschnitt angefertigt wurden. Sie erzeugen eine Nennleistung von 44kWp. Die Verschaltung der Anlage ist an den unterschiedlichen Sonnenstand elektrotechnisch angepasst.
Um bei der Raumgestaltung nicht auf störende Heizflächen Rücksicht nehmen zu müssen, wurde eine Fußbodenheizung im Foyer, auf den Emporen und in allen Fluren installiert. Da Fußbodenheizung einen hohen Anteil an Strahlungswärme aufweist, verringern sich die Luftbewegungen und damit der Staubtransport und Staubverwirbelungen. Zusätzlich entzieht die Wärme den temperierten Flächen Feuchtigkeit und verhindert damit die Bildung und Ausbreitung von Bakterien, Schimmelpilzen und Hausstaubmilben. Insgesamt wurden im Bundespräsidialamt 16.500 lfm Kupferrohr auf einer Gesamtfläche von 3.380 m² eingebaut. Die Vor- und Rücklauftemperatur beträgt 45 bzw. 30° C. Die Bodenbeläge bestehen - je nach Bereich - aus Teppich oder Keramik.

Bautafel

Architekten: Gruber + Kleine-Kraneburg, Frankfurt
Projektbeteiligte: Polónyi + Fink (Tragwerksplanung); Axel C. Rahn GmbH, Berlin (Bauphysik); Wieland-Werke AG, Ulm (Fußbodenheizung); Dr. Ing. Bernd Kriegel Ingenieure GmbH, Berlin (Heizungsplanung); Gräve Haus und Anlagentechnik, Isselburg (Heizungsfachbetrieb)
Bauherr: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin
Fertigstellung: 1998
Standort: Spreeweg, Berlin
Bildnachweis: Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten

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