Multifunktionsarena in Krefeld

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Fließende Fassade aus Profilbaugläsern

Mit dem so genannten Königpalast wurde in Krefeld eine Multifunktionsarena realisiert, deren fließende Fassade aus Profilbaugläsern bereits von außen den Themenschwerpunkt signalisiert: Eishockey. Der transluzente Charakter der in horizontalen Bändern arrangierten Glas-Elemente sorgt in Verbindung mit integrierten Beleuchtungseffekten Tag und Nacht für spannungsvolle Ansichten und Durchblicke. Ausgangspunkt für den Gestaltungsentwurf war nach Aussage von RKW Architekten die Dynamik des Eishockeysports. Schnelligkeit, Beweglichkeit, fließende Spuren und das Medium Eis ließen sie eine „Themenfassade“ entwickeln, die Aspekten der Kernthematik „wie ein geografischer Pfad sanft um die Gebäudeecken folgt, um sich mit deutlichen Vor- und Rücksprüngen den ankommenden Besucherströmen anzupassen und den differenzierten funktionalen Ansprüchen im Inneren – Aufenthaltsbereiche, Restaurant, Umkleiden, Technikräume – gerecht zu werden.“ Zudem wollte man dem Besucher bereits von außen auf subtile, zurückhaltende Weise Stimmung und Atmosphäre vermitteln.

Profilbaugläser erschienen den Architekten als das probate baustoffliche Mittel, um diese Ziele effektvoll und wirtschaftlich umzusetzen. Denn allein die „kontrollierte Transparenz“ der Profilbaugläser ermöglicht die gezielte Integration von nächtlichen Beleuchtungseffekten, die dem Betrachter innen wie auch außen spannungsvolle Ein- und Durchblicke bieten.

Glas
Konstruktive, aber auch thermische, akustische und sicherheitstechnische Aspekte waren bei der Detailplanung der in vier horizontalen Bändern rund um den Baukörper aus Stahlbeton arrangierten Gussglas-Fassade zu berücksichtigen. Die vom Büro Michael Lange im Detail entwickelte Fassade basiert im Wesentlichen auf dem Systembaukasten Profilit von Pilkington, bestehend aus ein- oder zweischalig montierten Profilbaugläsern unterschiedlicher Typen einschließlich des systemeigenen Rahmensystems zur Aufnahme der Elemente.

Der weitaus größte Teil der Fassade der Arena besteht aus vertikal verlegtem doppelschaligem Profilbauglas, das in thermisch getrennte Rahmenprofile eingestellt ist und deren Fugenabdichtung zwischen Glaselementen und Rahmen gemäß der Herstellervorschriften mit transparentem Silikon erfolgte. Die gekrümmte Fassadenausbildung wurde erzielt, indem man das Profilbauglas durch polygonales Versetzen dem gewünschten Radius anpasste. Die Bauteilanschlüsse an die Frostschürze, den Deckenkopf und den Deckenunterzug bestehen – vereinfacht dargestellt – aus Stahl-L-Winkel-Konstruktionen, die am Stahlbeton verdübelt sind und über Schweißbolzen die Rahmenprofile der Profilbauglas-Fassade aufnehmen. Vor den Stahlbeton- bzw. Mauerwerkswänden wurde jeweils eine einschalige hinterlüftete Profilbauglas-Fassade arrangiert, die aufgrund des Verzichts auf ein vertikales Rahmenprofil optisch nahezu übergangslos an die doppelschaligen Bereiche anschließt.

In der Fassade der Arena wurden insgesamt 8.473 m² Glaselemente verbaut. Für die doppelschalige Fassade wurde das System "K25/60/7" mit einer wärmedämmbeschichteten Innenschale aus mit einem U-Wert von 1,8 W/m²K gewählt. Die 1.353 m² Verglasungsfläche in einschaliger Ausführung wurde mit gesandstrahlten Elementen vom Typ "K25/60/7" ausgestattet.

Ausschließlich in die unteren beiden Ebenen der vier horizontalen Glasbänder wurden transparente Fenster-, Tür- und Trennwandelemente in Stahl-Pfosten-Riegelbauweise integriert. Hier erfolgte der seitliche Bauteilanschluss an die Profilbauglas-Fassade entweder über Rahmenprofile, die in die Pfosten der RP-Konstruktion eingespannt sind, oder (bei den Trennwandanschlüssen) über zwei durchlaufend am Rohbau befestigte Stahlwinkelprofile.

Bautafel

Architekten: RKW Rhode, Kellermann, Wawrowsky, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Hochtief Construction AG, Essen (Generalunternehmer); Michael Lange, Hannover (Fassadenplanung); Metz GmbH, Wilnsdorf (Profilglasfassade); Jäger Stahl-Metallbau GmbH, Essen (Verarbeiter Pfosten-Riegelfassaden): Pilkington Deutschland AG, Essen (Glasproduktion)
Bauherr: Krefelder Bau GmbH, Krefeld
Fertigstellung: 2004
Standort: Westparkstraße 111, 47803 Krefeld
Bildnachweis: Hochtief Construction AG, Essen

Architektenprofil

RKW Architektur + Städtebau

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