MSV-Arena in Duisburg
Selbstreinigendes Glas
Mit einem Spiel gegen Alemannia Aachen feierte der MSV Duisburg am 8. November 2004 Richtfest für den Umbau seines gleichnamigen Stadions. Der 43 Millionen Euro teure Entwurf stammt von dem Dortmunder Architekturbüro ar.te.plan. Neben einer neuen Dachkonstruktion und neuen Zuschauertribünen erhielt das Stadion einen Erweiterungsbau, der Gastronomie, Medienbüros, Logen und einen Fan-Artikel-Laden beherbergt und als neuer Haupteingang fungieren soll. Mit diesen Maßnahmen wird das Stadion der Duisburger Zebras zu einer Fußball-Arena mit 35.000 Plätzen (davon 28.000 Sitzplätze) umgebaut und erweitert.
Im Inneren des Neubaus dominieren Offenheit und Transparenz: eine offene Raumgestaltung ermöglicht Blicke vom EG bis in die 3. Etage. Gegenüber des Eingangs befinden sich die Zugänge und Umkleidekabinen der Spieler; nur durch eine Glaswand getrennt gelangen die Spieler - mit Sichtkontakt zu den Fans - auf das Spielfeld. Das der ehemaligen Westtribüne vorgelagerte Gebäude wurde auf einer Breite von 120 Metern und Höhe von 11 Metern mit einer Aluminium-Glasfassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion ergänzt. Die Aluminiumprofile haben eine metallisch wirkende Farbe, während die großformatigen Glaselemente teilweise aus bläulich eingefärbten bzw. bläulich reflektierenden Gläsern bestehen. Die Farbgebung weist dezent auf die Vereinsfarben des MSV Duisburg hin.
Glas
Die verwendeten Gläser bieten unterschiedliche Funktionen: Neben dem natürlichen Lichteinfall erfüllen sie die Anforderungen an den Wärme-, Sonnen- und Schallschutz. Alle Gläser sind darüber hinaus mit einer selbstreinigenden Eigenschaft (Pilkington Activ) ausgerüstet, was die großflächige Fassade vor ständig notwendigen Reinigungsmaßnahmen schützt. Die Funktionsweise konnte bereits vor Ort dokumentiert werden: Das Wasser bildete auf der Glasoberfläche einen gleichmäßigen Film, der den durch die Photokatalyse gelösten Schmutz abspült, und schnell und streifenfrei abtrocknet (siehe Fassadendetailansicht).
Um die technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen zu erfüllen, wurden Isoliergläser mit folgendem Aufbau eingesetzt: Außenscheibe Verbund-Sicherheitsglas 12 mm, Innenscheibe Einscheiben-Sicherheitsglas 8 mm. Durch die Sonnenschutzbeschichtung "Infrastop Neutral 53/40" wird in diesem Aufbau der Ug-Wert 1,3 W/m2K (nach DIN EN 673), ein g-Wert von 34 % (in diesem Aufbau) und eine Lichtdurchlässigkeit von 47 % erreicht. Das Schalldämm-Maß liegt bei Rw = 41 dB.
Die farblich angepassten Fassadenplatten im Brüstungs- und Attikabereich wurden zur Erreichung eines homogenen Fassadenbildes eigens für dieses Objekt entwickelt.
Bautafel
Architekten: ar.te.plan, Dortmund
Projektbeteiligte: Trube & Kings Fassadentechnik GmbH, Uersfeld (Fassadenbau); WIKO Fassadentechnik, Oberhausen (Planung Fassadentechnik); Pilkington Deutschland AG, Essen (Glasproduktion Basisgläser); Glaszentrum G.F. Schweikert GmbH, Heilbronn (Produktion Isolierglas und Verarbeitung); Flachglas Wesel GmbH, Wesel; (Entwicklung/Produktion Fassadenplatte)
Bauherr: MSV Duisburg Stadionprojekt GmbH & Co.KG, Duisburg
Fertigstellung: 2005
Standort: Wedaustadion, Duisburg
Bildnachweis: Flachglas Markenkreis GmbH, Gelsenkirchen (1+4); Pilkington Deutschland AG, Essen (2+3)
