Hauptverwaltung eines Energieversorgers in Gelsenkirchen

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Blaugraue Glasfassade aus 297 Einzelscheiben

Mehr als ein Jahr hat die Sanierung gedauert, bis die Mitarbeiter des regionalen Energieversorgers Emscher Lippe Energie ihre umgestalteten Büros in der Hauptverwaltung beziehen konnten. Das 83 m lange und über 18 m hohe Verwaltungsgebäude liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der Gelsenkirchener Innenstadt in direkter Nachbarschaft zum denkmalgeschützten "Musiktheater im Revier".

1966/67 als "Volksfürsorgehaus" von dem Architekten M.F. Göbbels errichtet, war es nach gut 40 Jahren nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere betraf dies die Fassade: Veraltete Fenster mit schlechten U-Werten und Dichtungsproblemen, aber auch asbesthaltige Materialien in der Dämmung machten eine Komplettsanierung unausweichlich. Nach Abschluss der Maßnahmen bietet das Gebäude nun auf rund 4.400 m² Platz für 130 Büros. Ein besonderer Blickfang ist die blaugraue Fassade, die drei Anforderungen erfüllt: Schallschutz, Wärmedämmung und Selbstreinigung.

Glas
Aus 297 Einzelscheiben besteht die Glasfassade, für die sich Architekt Markus Spangenberg und Bauingenieur Bernhard Kwiatek entschieden. Mit einer Glasfläche von insgesamt fast 3.800 m² sorgt sie nicht nur für viel Tageslicht im Inneren des Gebäudes, sondern ermöglicht auch von außen einen Blick in die individuell gestalteten Verwaltungsflure. Zum Einsatz kam Wärmeisolierglas, das die Wärmeverluste von innen nach außen verringert. Durch seine hohe Gesamtenergiedurchlässigkeit gewinnt es zusätzlich Heizwärme aus der Sonneneinstrahlung. Damit verringert die Isolierverglasung den Energiebedarf und reduziert so die CO2-Emissionen. Da das Gebäude an einer Hauptverkehrsstraße liegt, war für die Nordseite der Fassade eine gute Schallschutzfunktion erforderlich. Die zur Straße liegenden Büros wurden auf einer Fläche von insgesamt 1.000 m² mit einem Schalldämmisolierglas ausgestattet, das einen U-Wert von 1,2 W/m²K erreicht und ein Schalldämmmaß von 50 dB aufweist.

Die Fassadenflächen am Nord-, Süd- und Ostbereich, die Fenster zum Innenhof sowie die Brüstungen aus schiefergrauen Fassadenplatten sind mit einem selbstreinigenden Beschichtungssystem ausgestattet. Auf den Außenseiten ist eine Titandioxid-Beschichtung dauerhaft eingebrannt, die mit UV-Strahlen reagiert und organische Schmutzablagerungen zersetzt. Bei Regen werden die Schmutzpartikel dann einfach abgespült.

Als besondere Herausforderung erwies sich die Montage der großen Glasfassade vor Ort: Aufgrund der Lage an der viel befahrenen Florastraße, war der direkte Aufbau mit einem Montagekran nicht überall möglich. Daher wurden die vorgefertigten Pfosten-Riegel-Elemente für die Aluminium-Glasfassade von der Gebäuderückseite an die Vorderseite verbracht, dort mit einem an die Betonkonstruktion angeschraubten Kran auf der Fassade verfahren, dann abgesenkt und eingebaut.

Bautafel

Architekt: Markus Spangenberg, Dorsten
Projektbeteiligte: Bernhard Kwiatek, Gelsenkirchen (beratender Ingenieur); Pilkington AG, Essen (Glashersteller); Metallbau Lamprecht, Datteln (Pfosten-Riegel-Fassade)
Bauherr: Emscher Lippe Energie GmbH (ELE), Gelsenkirchen
Fertigstellung: Mai 2008
Standort: Florastraße, Gelsenkirchen
Bildnachweis: Pilkington AG