Anthropolis Büropark in Berlin
Gläserne Verbindungen mit Brandschutzverglasung
Auf dem ehemaligen Fabrikationsgelände der Firma AEG-Telefunken, mit unter Denkmalschutz stehenden Bestand, wurde mit der neuen Bebauung die alte Blockstruktur wiederhergestellt. In mehrgeschossigen Einzelgebäuden, die über gläserne, zurückspringende Verbindungen zusammengefasst werden, befindet sich an der Baseler Straße eine Büronutzung. Über die gläsernen Zwischenräume und der pavillonartigen Struktur soll - nach Intention der Architekten - ein Bezug zum Grün des angrenzenden Parks hergestellt werden. An der Arosaallee wird mit einem elliptischen höheren Baukörper, welcher ein Hotel beinhaltet, eine städtebauliche Dominante gesetzt.
Sowohl die Bürogebäude als auch das Hotel werden vom durchgrünten Hof aus erschlossen. Die Bürogebäude sind über eine eingeschossige Glashalle und die sich zwischen den Gebäuden befindenden Fahrstühle sowie Treppenhäuser zugänglich. Die quadratischen Gebäude werden durch die gläsernen Verbindungsgänge nicht zu solitären Objekten, sondern wirken als zusammenhängende städtebauliche Einheit.
Glas
Die architektonische Ausformulierung entwickelt sich folgerichtig aus der städtebaulichen Gestalt und der funktionalen Grundrisskonzeption. Der Entwurf nimmt bewusst Bezug auf den denkmalgeschützen Bestand durch Ausbildung einer Klinker-Fassade. Die zum Hof orientierten Fassaden sind leicht und transparent aus Glas, Stahl und Aluminium gestaltet. Die transparenten Verbindungs- und Erschließungsgänge sind ebenfalls aus Glas ausgebildet, sodass sie den Eindruck hinterlassen, dass das Grün des Parks in den Hof übergeht und dort eindringt.
Dieses Gestaltungskonzept mit gläsernen Verbindungen brachte brandschutztechnische Besonderheiten mit sich. Die Treppenräume in den Übergängen aus Glas sind notwendige Flucht- und Rettungswege. Es gibt in den Einzelgebäuden keine weiteren Treppenhäuser. Überall dort, wo sich nun der Treppenraum und die Fassade der Bürogebäude weniger als fünf Meter gegenüberlagen, musste folgerichtig eine F90-Verglasung eingesetzt werden. Ein Schutz vor horizontalem Feuerüberschlag von der Bürofassade auf die Fluchtwege musste ausgeschlossen werden. Grundsätzlich gab es zwei unterschiedliche Ausgangssituationen, die aus brandschutztechnischer Sicht gelöst werden mussten: Zur Baseler Straße hin stoßen die verglasten Verbindungsteile auf eine Klinker-Lochfassade. Hier wurde der Brandüberschlagsbereich konventionell durch F90-Verglasungen.
Auf der Hofseite liegen die verglasten Flucht- und Rettungswege zusammen mit einer Structural-Glazing-Fassade. In diesem Bereich wurde der geschützte Feuerüberschlagsbereich auf die Fassadenkonstruktion der Übergänge verlegt und in F90 als Pfosten-Riegelkonstruktion ausgeführt.
Bautafel
Architekten: HPP Hentrich-Petschnigg & Partner KG, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Leininger-BSR, Troisdorf (Fassade/Metallbau); Pilkington Deutschland AG, Essen und Flachglas AG, Gelsenkirchen (Brandschutzglas)
Bauherr: Wesbau, Baubetreuungs mbH, Neu-Isenburg
Fertigstellung: 1996
Standort: Baseler Straße, Berlin-Reinickendorf
Bildnachweis: HPP Hentrich-Petschnigg & Partner
