Neugestaltung der Zeilgalerie in Frankfurt

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Medienfassade aus schwarz emailliertem Verbundsicherheitsglas

Angrenzend an das Bankenviertel verläuft die Frankfurter Zeil mitten durch die nördliche Innenstadt der Mainmetropole. Sie gilt als eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Deutschlands. Ihr Herzstück ist der in den 1970er Jahren als Fußgängerzone angelegte Abschnitt zwischen Haupt- und Konstablerwache, wo sich Einkaufszentren und Warenhäuser sowie kleinere Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe aneinanderreihen. In den vergangenen Jahren verlor die Straße jedoch zunehmend an Anziehungskraft, weshalb man 2008 mit einer Neugestaltung des Außenraums begann. Kurz darauf entschied sich auch der Eigentümer der Zeilgalerie für einen Umbau des 1992 vom Darmstädter Architekturbüro Kramm und Strigl geplanten Einkaufszentrums. Neben einer Neugliederung des öffentlichen Innenbereichs sollte es eine neue Straßenfassade erhalten.

Die damit beauftragten Architekten von 3deluxe aus Wiesbaden maßen vor allem der Fassade eine hohe Bedeutung bei, da sie als einzige Außensicht des dreiseitig umschlossenen Gebäudes die gesamte Architektur repräsentiert. Dabei behielten sie die charakteristische Dreigliedrigkeit der Straßenfront bei, verkleideten sie aber großflächig mit einer glatten Hülle aus Glas und Metall. Deren einheitlich dunkle Farbgebung verbindet die verschiedenen Bauelemente optisch miteinander und sorgt gleichzeitig für ein ruhiges Erscheinungsbild.

Die vorhandene Glasfassade des halbzylindrischen Baukörpers auf der Linken erhielt eine Umhüllung aus horizontal ausgerichteten Metallplatten in Mattschwarz mit aufgedrucktem, weißem Punktmuster. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Höhe und der ungleichmäßigen Anordnung überspielen sie die Geschossigkeit mit einer gewissen Dynamik. Diese wird durch horizontale Lichtlinien an den Unterkanten der Metallstreifen noch verstärkt. Die vollständig verglaste Fassade des seitlich anschließenden, leicht schräg gestellten Erschließungstraktes wurde beibehalten. Dagegen erhielt der rechts daran grenzende Baukörper anstelle seiner ehemals mehrfach gefalteten Lochblechfassade eine plane Verkleidung aus Metall und Glas, beides ebenfalls in Schwarz. Die schon beim linken Gebäudeteil verwendeten Metallelemente sind hier nicht bedruckt, sondern im gleichen Muster laserperforiert und hinterleuchtet. Sie bilden ein Punktraster ab, das von rund 2.500 dahinter angebrachten LED-Modulen herrührt.

Glas
Mittig in die Metallfassade ist eine 260 Quadratmeter große Fläche aus schwarz emailliertem Verbundsicherheitsglas oberflächenbündig eingebettet, hinter der sich ein rautenförmiges Raster aus 310 LED-Streifen befindet. Jede der insgesamt 19.700 Leuchtdioden kann einzeln angesteuert werden und erlaubt damit eine Vielzahl verschiedener Lichtbilder. Die Möglichkeiten reichen von feinen geometrischen Mustern bis zu organisch anmutenden großflächigen Licht- und Schattenspielen. Das LED-Raster wurde in der schwarzen Lackierung der hinteren Glasscheiben ausgespart, sodass das Licht in Form von scharf abgegrenzten Linien in Erscheinung tritt. Diese Lichtdiagonalen werden von einer orthogonalen Grafik auf der PVB-Folie überlagert, die im Digitaldruckverfahren auf die Verbundfolie aufgebracht wurde.

Das Verbundsicherheitsglas besteht aus 2 x 10 mm ESG-H, also aus Einscheibensicherheitsglas, das einem Heißlagerungstest unterzogen wurde. Die Standard-Scheibenabmessung beträgt 3,00 x 2,00 Meter, befestigt wurden die Scheiben mittels Punkthaltern an der Unterkonstruktion.

Bautafel

Architekten: Kramm + Strigl, Darmstadt (1992), 3deluxe, Wiesbaden (2011)
Projektbeteiligte: Dobler Metallbau, München (Fassade); Evonik Röhm, Darmstadt (LED Abdeckung); Leurocom electronic displays, Winnenden (Medienfassade); Meso Digital Interiors, Frankfurt a.M. (Programmierung Medientechnik)
Bauherr: IFM Immobilien, Heidelberg
Fertigstellung: 1992; 2011
Standort: Zeil 112-114, 60313 Frankfurt a.M.
Bildnachweis: 3deluxe und Emanuel Raab, Wiesbaden für 3deluxe, Wiesbaden

Architektenprofil

3deluxe
Kramm + Strigl
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