Wohnhaus in Bad Homburg

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Streng reduzierte Form

Einfache Häuser mit Satteldächern prägen die Siedlungsstruktur am Hardtwald in Bad Homburg. Architekt Wolfgang Ott griff diese Typologie bei der Planung eines Einfamilienhauses auf, allerdings in streng reduzierter Form. Die Dimensionen der kompakten äußeren Hülle richten sich nach den maximal zulässigen Abmessungen des B-Plans. Bis auf das Vordach und die Eingangstreppe sind alle Bauteile flächig in diese Form integriert.

Die Dachflächen sind mit durchgehenden Verglasungen über die gesamte Breite versehen, die Garage ist äußerlich eine verkleinerte Version des Wohnhauses. Dessen Innenräume halten zur Außenhülle Abstand: Ein mittig frei eingestellter und tragender Erschließungskern bildet mit der Decke über dem Erdgeschoss gleichsam einen Tisch. Über die Fuge zwischen Tisch und Außenwand gelangt Tageslicht von den Dachfenstern an den Wänden entlang in den Wohnbereich und verleiht diesem eine besondere Atmosphäre. Die Fuge ist verglast und lässt sich von unten automatisch verdunkeln.

Beheizt wird das Energiesparhaus mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe, die im Sommer mit einer Kühlstation gleichfalls für angenehme Temperaturen sorgt. Die Erdbohrungen ließen sich aufgrund der Nähe zum Kurpark nur unter strengsten Auflagen realisieren.

Dach

Entsprechend der Reduktion des Hauses auf eine archetypische Grundform wurde auf Dachüberstände verzichtet. Dachrinnen, Fenster und Lüftungsöffnungen sind bündig in das um 51° geneigte Dach integriert. Der Sonnen- und Sichtschutz liegt im Scheibenzwischenraum, einzig der Schneefang steht hervor. Die Entwässerungsrohre werden in der hochwärmegedämmten Fassade geführt.

Das Dach wird von zwei Stahlrahmen und den Giebelwänden getragen. Um die Fensterbänder aus Aluminiumrahmen durchgehend ausbilden zu können, wurde das Dach mit längs liegenden Pfetten anstelle von Sparren ausgeführt. Es ist geschalt mit Holzweichfaserplatten, gedämmt mit 30 cm Zellulose (Einblasdämmung), abgeklebt mit einer Dampfbremse und innenseitig bekleidet mit Gipskarton-Platten. Besonderer Wert wurde auf eine vollflächige Hinterlüftung der vorbewitterten Titanzinkdachdeckung gelegt. 

Bautafel

Architekt: Wolfgang Ott, Kronberg
Projektbeteiligte: Pfeiffer x Schmidt Ingenieurgesellschaft, Marburg (Tragwerksplanung); Elektrik Bam, Friedrichsdorf (Elektroplanung); Ph.A. Eberhardt + Sohn, Kronberg (Haustechnik); Gebr. Hofmann; Kronberg (Rohbauarbeiten); Westenberger Holzbau, Frankfurt (Zimmermann); Rothe Metalldach- und Fassadentechnik,  Frankfurt (Klempnerarbeiten)
Bauherr: Privat
Fertigstellung: 2007
Standort: Bad Homburg
Bildnachweis: Katrin Heyer, Zell am Main; Achim Reissner, Hofheim