Betriebsrestaurant eines Unternehmens in Metzingen
Geschliffener Betonboden und Möbel aus Massivholz
Ein klares, puristisches Konzept mit eindeutigen Aussagen zu Farben, Formen und Materialien steht hinter der Gestaltung des Betriebsrestaurants im Verwaltungsneubau des schwäbischen Modelabels Hugo Boss in Metzingen. Der hallenartige, zweigeschossige Raum ist streng konzipiert aus Beton und Glas und von Tageslicht durchflutet. Das Mobiliar besteht im Kontrast dazu vorwiegend aus natürlichen Materialien. Dominierend ist Massivholz, dazu gesellen sich Corian, Leder, Filz und Holzwerkstoffplatten. Einzelne Farbtupfer und prägnante Beleuchtungskörper lockern die durch das Zusammenspiel von gedeckten Industrie- und Naturmaterialien erzeugte Spannung auf.
Die Kantine verfügt über eine Fläche von rund 1.000 m2 mit einer lichten Raumhöhe von fünf Metern. Betonsäulen, eine große Freitreppe und mehrere Raumteiler gliedern den Saal in verschiedene Zonen, die durch wiederkehrende Materialien miteinander verbunden sind. Der zentrale Speisebereich orientiert sich zu einem Atrium. Die Tische und Bänke sind hier in unterschiedlicher Größe winkelförmig angeordnet und sollen so bewusst die Kommunikation fördern. Die kantigen Bänke und Tische sind aus massivem, geöltem Eichenholz hergestellt und sollen Assoziationen an ein Refektorium, den Speisesaal eines Klosters, aufgreifen. Ein großflächiger Leuchtkörper an der Decke referiert mit polygonalen Segmenten an ein überdimensionales Schnittmuster.
Gesprächsfördernd soll insbesondere ein Bereich sein, der mit Stehtischen aus Corian und lederbezogenen Barhockern ausgestattet ist. Dazwischen bergen zwei schwarze Boxen die Garderobe und ein Café. Ein Kettenvorhang dient als Raumteiler. Im Obergeschoss findet sich als zusätzlicher Rückzugsbereich für die Belegschaft eine Bar mit Lounge. Hier brechen helle lederbezogene Bänke und Filzhocker die rohe Ausstrahlung des Betons an Wänden und Fußboden auf.
Fußboden
Konsequent in die Reihe der angewendeten Materialien passt der Bodenbelag aus Spezialbeton, angefertigt aus Zement, Gesteinsmehl, Körnungen, Farbpigmenten, Schwindreduzierern und Faserbewehrung.
Nach der Reinigung der Rohdecke wurde die Betonmasse auf eine Trennlage über einer Dämmschicht gepumpt, verteilt, abgezogen und verdichtet. Der Belag wurde zweischichtig im Nass-in-Nass-Verfahren eingebracht und mehrere Tage zur Erhärtung abgedeckt. Nach dem vollständigen Erhärten konnte die Nachbehandlung beginnen: Der Belag wurde zunächst mehrmals nass mit Terrazzoschleifmaschinen geschliffen. Darauf folgte die mehrstufige Endbehandlung der Oberfläche: Sie wurde poliert mit einer Marmorpolitur, imprägniert, mit Fluat erhärtet und versiegelt. So erhielt der Belag seine charakteristische Tiefenwirkung.
Bautafel
Architekten: Architekten: Riehle + Partner, Reutlingen / RaiserLopesDesigners, Stuttgart (Innenarchitekten)
Projektbeteiligte: R. Bayer Betonsteinwerk, Blaubeuren (Betonboden)
Bauherr: Hugo Boss, Metzingen
Ort: Dieselstraße, Metzingen
Fertigstellung: 2008
Bildnachweis: RaiserLopesDesigners, Stuttgart
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