"Hair-Design-Academy" in Kiew/UA
Kautschuk, Beton und Spiegelwände
Nur zehn Gehminuten vom Zentrum Kiews entfernt liegt das sechsgeschossige ehemalige Industriegebäude, auf dessen oberster Ebene das ukrainische Headquarter des französischen Haarkosmetik-Konzerns L'Oréal untergebracht ist. Zunächst wurde auf der Hälfte der Fläche die Verwaltung mit ihren Büros etabliert. In einem weiteren Bauabschnitt folgte eine "Hair-Design-Academy" mit repräsentativen, flexibel nutzbaren Räumen für Modenschauen, Vorlesungen und Show-Frisieren. Bis zu 800 Personen halten sich hier auf, wenn die neuesten Produkte aus Paris präsentiert werden.
Um den ursprünglichen industriellen Charakter des Gebäudes zu wahren, legten die Architekten Stützen, Decke und Wände weitgehend frei. Diese Stimmung unterstützen die frei geführte Haustechnik, die mobile Bühnentechnik und die helle Beleuchtung. Im Kontrast dazu stehen qualitätvolle und glänzende Materialien wie Spiegel, Hochglanzlacke und Corian. Bewegliche Spiegelwände und hinterlegte Glaswände mit flächenbündig eingebauten Bildschirmen runden die edle Inszenierung ab und erlauben verschiedene Raum- und Nutzungskonzepte. Auch die Bühnen sind nicht statisch, sondern werden nach Bedarf aufgebaut. Das gestalterische Konzept zielt darauf ab, Haartönungen und -strukturen auf den Präsentationen in höchster Qualität zu zeigen, die Produkte und Behandlungen sollen besonders zum Ausdruck kommen.
Fußboden
Vom harten, lasierten Sichtbeton der Wände, Stützen und Decken setzt sich ein "weicher" Bodenbelag aus hellem oder schwarzem Kautschuk ab. Ausschlaggebend für das Material war insbesondere seine antistatische Eigenschaft, die beim Frisieren wichtig ist. Zudem ist der Belag wasserbeständig und leicht zu reinigen. Die Kautschukfliesen liegen auf einem Hohlraumboden, in dem die Wasser- und Elektroleitungen untergebracht sind. Über Bodentanks sind die Installationskanäle zugänglich. So wird eine hohe technische Flexibilität erreicht und die Frisierstühle können nach Bedarf herangefahren werden.
Im Foyer als Schnittstelle von Verwaltung und Academy musste bei der Auswahl des Bodenbelags auf wetterbedingte Einflüsse Rücksicht genommen werden. Schnee und Außentemperaturen bis minus 40 Grad können sich auf das Raumklima auswirken und beanspruchen den Boden. Daher entschied man sich in diesem Bereich für ein hochwertiges Laminat mit strukturierter Bambusoptik. Vom Empfang aus führt eine Röhre mit in den Wänden integrierten Vitrinen in den Schulungsbereich.
Bautafel
Architekten: m2r architecture, London/GB
Projektbeteiligte: Denza Workspace, Kiew/UA (Ausführung)
Bauherr: L'Oréal, Paris/F
Standort: Vorovskogo, Kiew
Fertigstellung: 2008
Bildnachweis: m2r Architekten, London/GB
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