Kulturspeicher in Würzburg

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2.248 Natursteinplatten im langgezogenen Rechteckformat

Ein am Mainufer gelegener Getreidespeicher aus dem Jahre 1904 wurde von Brückner & Brückner Architekten zu einem Kulturzentrum umgebaut. In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde seine innere Holzkonstruktion erhalten und die Fassade restauriert; zwei jüngere seitliche Anbauten sind durch kubenförmige Gebäude mit einer Fassade aus Naturstein-Lamellen ersetzt worden. Zur Flussseite hin wurde der Mitteltrakt mit zwei Glas-Beton-Kuben versehen, die als Eingang, Restaurant und für den Verwaltungsbetrieb dienen.

Der im Sanierungsgebiet „Alter Hafen“ gelegene „Kulturspeicher“ beherbergt die „Städtische Galerie“, die Privatsammlung Konkreter Kunst des Sammlers Peter C. Ruppert, einen Bereich für Wechselausstellungen, Appartements für Gäste der Stadt, alle für den Museumsbetrieb notwendigen Einrichtungen samt Bibliothek, Museumsshop und Veranstaltungsräume sowie ein Theater mit 200 Plätzen. Das Gebäude ist kein Tageslichtmuseum und bietet dadurch klima- und sicherheitstechnische Vorteile. 1.000 m² der insgesamt 9.420 m² dienen als Gewerbeflächen. Die Baukosten betrugen 19 Mio. EUR.

Fliesen und Platten
Die etwa 1.250 m² große Fassadenfläche der Anbauten am Ende des Kulturspeichers harmoniert mit der Naturstein-Fassade des historischen Baukörpers und bildet zugleich einen formalen Kontrast: Alter, genarbter Kalkstein und angewitterter Sandstein stoßen auf neue, in verschiedenen Winkeln geneigte Kalk- und Sandsteinlamellen, so dass Besucher innen und Passanten außen interessante und höchst unterschiedliche Durch- und Ausblicke genießen. Dem historischen Gebäudekomplex entsprechend, ist bis in eine Höhe von 4,5 m Muschelkalk verwendet worden, darüber schließt sich Udelfanger Sandstein an. 2.248 massive Natursteinplatten in den Maßen 195 x 22,5 x 10 cm sind mit je vier Dübeln auf eine Unterkonstruktion fest aufgebracht worden.

Bautafel

Architekten: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth
Projektbeteiligte: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth (Tragwerksplanung), Ingenieurbüro ALS, Würzburg (Ausführungsplanung Tragwerk), Naturstein Vetter, Eltmann (Natur-/Betonsteinarbeiten), Fa. Kotschenreuther, Wilhelmsthal (Fliesenarbeiten), Bauer-Bornemann, Bamberg (Natursteinfassaden-Restaurierung)
Bauherr: Stadt Würzburg
Fertigstellung: 2002
Standort: Veitshöchheimer Str. 5, Würzburg
Bildnachweis: Peter Manev und André Mühling, München

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