Wohnblock in Vejle/DK

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Tonziegel für Dach und Fassade

Das kleine Städtchen Vejle gehört zu den ältesten Seehandelsstädten an der dänischen Ostseeküste und liegt direkt am gleichnamigen Fjord. Umgeben ist die 51.000 Einwohner zählende Stadt von meist bewaldeten und für Dänemark ungewöhnlichen Anhöhen. Vejle liegt an der wichtigen Autbahnverbindung E45, die in Nord-Südrichtung verläuft. Diese führt im Osten der Stadt über die Vejlefjordbrücke, welche einer der längsten und höchsten Brücken Dänemarks ist.

Für die Bebauung eines Ufergrundstücks mit Sicht auf diese Brücke schrieb die Stadt Vejle einen Wettbewerb für eine Wohnbebauung aus – ein erster Schritt zur Neugestaltung des Hafengebietes. Mit dem Entwurf einer Landmarke konnte das Büro Henning Larsen Architects den Wettbewerb für sich entscheiden: Das sich respektvoll in die Umgebung einfügende und dennoch sein Umfeld verändernde Gebäude fällt wie eine an Land gestrandete Welle ins Auge – tagsüber spiegelt sich der Baukörper im Wasser, bei Nacht erscheint er selbst wie eine hügelige, leuchtende Landschaft.

Im gesamten Gebäudekomplex werden sich nach Fertigstellung aller Bauabschnitte insgesamt 100 Wohnungen befinden. Vier Wohnungen pro Etage sind in den unteren Geschossen untergebracht, wobei sich ihre Anzahl in dem sich verjüngenden Gebäude bis zur einer Wohnung im obersten Geschoss reduziert. Derzeit sind zwei „Wellenberge“ fertig gestellt, die letzten drei befinden sich im Bau.

Fliesen und Platten
Das Gebäude steht der Länge nach am Ufer des Fjordes und fällt nicht nur wegen seiner Höhe von über 30 Metern, sondern vor allem auf Grund seiner weißen Hülle auf. Als Dach und Fassade zugleich legt sich diese über das Gebäude und definiert seine Wellenform. Die von der Welle umschlossenen Fassaden sind verglast.

Um die glatte, weiße Oberfläche auf lange Sicht zu erhalten, entschieden sich die Architekten für die Verwendung von sogenannten Fassadenziegeln aus Ton. Diese „Ziegel“ werden stranggepresst hergestellt und sind aufgrund einer matten Oberflächenveredelung besonders unempfindlich gegen Schmutz, Vermoosung und Algen. Zwischen den 1.200 x 300 mm großen Ziegelplatten entstehen normalerweise Fugen von acht Millimetern, auf besonderen Wunsch der Architekten konnten diese auf nur zwei Millimeter reduziert werden.

Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus Stahl. Vorgefertigte Holzelemente, welche die Stahlkonstruktion umschließen, bilden die Unterkonstruktion für die Dach-/Fassadenziegel – es handelt sich um eine vorgehängte hinterlüftete Fassade. Um in den Bereichen der starken Krümmung eine ebenso homogene Oberfläche wie bei der restlichen Fassade zu erzielen, verwendete man Ziegel in speziell angefertigten Sonderformaten. Diese wurden im Halbverband in die Unterkonstruktion eingehängt und unterscheiden sich damit von den im Verband verlegten Ziegel in den weniger stark gekrümmten Bereichen.

Bautafel

Architekten: Henning Larsen Architects, Kopenhagen/DK
Projektbeteiligte: Jensen & Jensen, Esbjerg/DK (Dachdecker); Grontmij, Glostrup/DK (Bauunternehmer); DWS Pohl/Systea, Düren (Unterkonstruktion Fassade); Creaton/Eternit, Wertingen/Heidelberg (Fassadenziegel)
Bauherr: Bertel Nielsen, Vejle/DK
Fertigstellung: 2009
Standort: Vejle, Dänemark
Bildnachweis: Henning Larsen Architects, Kopenhagen/DK

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