Café/Restaurant und Club in Stuttgart

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Bedruckte Fliesen und Muschelkalkplatten auf raumbildenden Elementen

1886 gründete Robert Bosch in Stuttgart eine Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik, später wurde er mit seinem Unternehmen weltbekannt. Das ehemalige Firmengelände und so genannte Bosch-Areal beherbergt heute eine Vielzahl an Einrichtungen, darunter auch das Brauhaus Mash. Nach Plänen des Büros Ippolito Fleitz wurde es vor einiger Zeit vollständig umgebaut und positioniert sich seitdem neu: Mittags und abends werden die Räumlichkeiten als Café und Restaurant genutzt, in den späteren Abendstunden und vor allem am Wochenende als Club. Auch für Events kann man das Mash buchen.

Die Stuttgarter Architekten organisierten die ca. 330 m² große Fläche des Hauptraumes völlig neu. In die Mitte des Raumes rückten sie die Bar, die mit einer Tresenlänge von fast 25 Metern den Raum in drei Bereiche zoniert. Diese können durch Fadenvorhänge voneinander getrennt werden. Der durchgehende lilafarbene Boden dient als verbindendes Element, die Architekten sehen ihn als „Kontrast zur denkmalgeschützten Industriearchitektur des Ortes“. In den 2.500 Kunststoffstäben, die einzeln von der Decke über dem Tresen abgehängt sind, bricht sich das Licht und verändert die Atmosphäre.

Fliesen und Platten
Der eigentliche Hingucker der neu gestalteten Lokalität ist die abgehängte, mit bedruckten weißen Fliesen beklebte Gipskartondecke, die den Raum über die gesamte Länge durchspannt. Ihre weiße Oberfläche reflektiert das Licht und bildet damit eine indirekte Lichtquelle. Die Stuttgarter Künstlerin Monica Trenkler gestaltete die farbige Collage, die auf die 15 x 15 cm großen Fliesen gedruckt ist und das Thema Brauhaus und Küche aufnimmt. Der Druck der Collage - ein UV gehärteter Inkjetdruck im Vierfarbdruckverfahren - wurde in einer Spezialdruckerei durchgeführt.

Die Frontansicht des Tresens sowie die Rückwände in den Nischen des Raumes wurden mit Mooser Kernstein Muschelkalkplatten verkleidet. Halogenlicht hebt die poröse Materialstruktur der Platten hervor und sorgt für eine warme, goldfarbige Lichtstimmung. Wie die Decke besteht auch der Tresen aus Trockenbauelementen. Die zementgebundenen Trockenbauplatten wurden zunächst grundiert, geklebt und mechanisch fixiert. Danach erfolgte die Aufbringung und Verklebung der 4 mm starken Fliesendämmplatten und der Muschelkalkplatten mit PU-Kleber jeweils im Buttering-Floating Verfahren.

Bautafel

Architekten: Ippolito Fleitz Group, Stuttgart
Projektbeteiligte: Recon, Stuttgart (Ausführung); Supersign, München (Fliesendruck); Monica Trenkler, Stuttgart (Collage)
Bauherr:
Mash Event, Stuttgart
Fertigstellung: 2008
Standort: Forststraße 7, 70174 Stuttgart
Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart und Ippolito Fleitz Group, Stuttgart

Architektenprofil

ippolito fleitz group
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