Mexikanische Botschaft in Berlin
Extensivbegrünung als mexikanische Dachlandschaft
Die diplomatische Vertretung von Mexiko entwarf das mexikanische Architektenduo Teodoro Gonzáles de León und Francisco Serrano, die sich in einem beschränkten Wettbewerbsverfahren gegen sieben Konkurrenzteams durchsetzten. Da die Botschaft zugleich als Kulturinstitut fungiert, galt es, ein Gebäude zu entwerfen, dass die aktuelle Vielfalt Mexikos widerspiegelt. Der Bau sollte repräsentativ, dabei aber kompakt und funktional sein. Entstanden sind große offene Räume und eine kraftvoll akzentuierte Fassade.
Ähnlich einem gerade öffnenden Theatervorhang ist die 18 m hohe Fassade des fünfgeschossigen Botschaftsgebäudes ausgebildet. Diesen Effekt erzielen vierzig teilweise schräg gestellte bzw. nach innen geneigte Sichtbetonpfeiler aus weißem Beton, dem Marmorsteinchen und -sand beigemischt sind. An den Seiten und an der Traufe sind die Pfeiler eingerahmt von einem Betonband. Rahmen und Pfeiler wurden in Handarbeit mit Hämmern und Meißeln bearbeitet, um eine grobe Struktur zu erzeugen. Die Fassade hinter den vorgesetzten Betonelementen ist über die gesamte Höhe verglast.
Hinter der imposanten, goldfarbenen Eingangstür liegt das Atrium, dessen Mauern ebenfalls in weißem Sichtbeton ausgeführt sind. Zentraler Punkt des Erdgeschosses ist die 18 m hohe, durch kleine Fenster perforierte Rotunde, die im Schnitt die Form eines Zylinders hat. Inspiriert wurden die Architekten dazu durch das Maya-Observatorium in Chichen Itzá. Ein gläserner Aufzug in der Rotunde führt zum Zwischengeschoss sowie den beiden oberen Stockwerken, die dem Botschafter und dem Botschaftspersonal vorbehalten sind. Den oberen Abschluss des Zylinders bildet ein großes Glasdach, durch das die Rotunde mit Tageslicht versorgt wird.
Das Atrium birgt zahlreiche geometrische Figuren, die sich an mexikanischen Motiven orientieren. Einen farbigen Kontrast zum dominierenden Weiß innerhalb des Atriums bildet ein pyramidenförmiger, siebenstufiger Treppengarten, der sich bis ins erste Obergeschoss erstreckt.
Flachdach
Auf dem Dach der Botschaft entstand nach Plänen der Berliner Landschaftsarchitekten von Topotek 1 eine extensive Dachbegrünung in Anlehnung an eine typisch mittelamerikanische Landschaft. Das Dach ist als Umkehrdach ausgebildet. Eine zusätzliche Wurzelschutzbahn war aufgrund des verwendeten wurzelfesten Betons nicht erforderlich. Auf die Wärmedämmung wurde zunächst eine Trennlage als Rieselschutz ausgelegt und über dieser eine 4 cm hohe Dränschicht. Es folgt eine Filtermatte und leichtes Extensivsubstrat in einer Höhe von 5 bis 20 cm. Auf drei Teilflächen kamen jeweils als Monopflanzung im Raster Blau-Schwingel, Gold-Sedum und Lavendel zum Einsatz.
Bautafel
Architekten: Teodoro Gonzáles de León und Francisco Serrano, Mexico-Stadt/MEX
Projektbeteiligte: Assmann Beraten + Planen, Berlin; Topotek 1 , Berlin (Gartenarchitekten); optima-Fachbetriebe Biewendt, Geltow und Pluta, Berlin (Ausführung Gründach)
Bauherr: Vereinigte Staaten von Mexiko
Fertigstellung: 2000
Standort: Klingelhöferstr. 3, Berlin
