Pflegeheim St. Lambrecht/A
Landschaftliche Einbindung durch Gründach
Viele seit langem bestehende Senioren- und Pflegeheime entsprechen nicht mehr den heutigen funktionalen, hygienischen und brandschutztechnischen Anforderungen. So auch das Pflegeheim im österreichischen St. Lambrecht, mit über 1.000 m über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Marktgemeinde in der Steiermark. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war das örtliche Heim im so genannten „Teichhaus“ untergebracht, das 2005 dringend umgebaut und erweitert werden musste. Der Umbau wurde bei laufendem Betrieb vollzogen. Zugleich wurde ein Neubau in Holzbauweise ergänzt, in dem nun neben 40 Pflegebetten auch ein Großteil der Infrastruktur untergebracht ist.
Die eingeschossige Erweiterung auf Höhe des Obergeschosses passt sich dem ansteigenden Geländeverlauf perfekt an. Der flache, breite Baukörper mit Innenhof gliedert sich fast unmerklich in sein Umfeld ein. Verstärkt wird diese Einbindung durch die im Atrium umlaufenden grünen Fassadenplatten sowie das teilweise begrünte Flachdach. Die Außenansicht ist durch naturbelassenes Holz geprägt, um auch hier den Bezug zum Umfeld zu erhalten.
Die natürliche Belichtung der Patientenzimmer erfolgt über raumhohe Fenster, die den freien Blick in die Umgebung ermöglichen. Die Flure und Aufenthaltsräume des Gebäudes richten sich zum Innenhof. Dieser bietet ein geschütztes Kleinklima, das die Bewohner zum Verweilen einlädt.
Das alte Teichhaus bleibt weiterhin der zentrale Gebäudeteil. Bis auf die Entfernung kleiner Applikationen wie Balkone, Vordächer etc. blieb es äußerlich weitgehend erhalten. Die Hauskapelle wurde von der Künstlerin und Fotografin Zita Oberwalder neu gestaltet.
Flachdach
Über einer Dampfsperre, aufgebracht auf die vorhandene Holzkonstruktion, befindet sich eine 16 cm dicke EPS-Wärmedämmung der WLG 030 sowie eine Gefälledämmung mit einer Stärke von 2 - 14 (im Mittel 8) cm. Die darauffolgende Abdichtung besteht aus einer mehrlagigen Kunststoffbahn, die durch eine Trenn- und Schutzlage vor äußeren Einwirkungen geschützt ist. Den Abschluss bildet, je nach Bereich, eine Kiesschicht oder ein Gründachaufbau. Dieser besteht aus einer 5 cm starken Dränschicht, einem Filtervlies sowie einem 10 cm starken Extensivsubstrat.
Bautafel
Architekt: Gerhard Mitterberger, Graz/A
Projektbeteiligte: JR Consult, Graz/A (Statik), Zita Oberwalder, Graz/A (Kunst am Bau)
Bauherr: Marktgemeinde St. Lambrecht/A, ENW-Siedlungsgenossenschaft Ennstal/A
Standort: Hauptstraße 26, St. Lambrecht/A
Fertigstellung: 2010
Bildnachweis: Zita Oberwalder, Graz/A
