Umbau und Erweiterung der Hunsrück-Grundschule in Berlin-Kreuzberg

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Collage mit verglastem Atrium

Die Gesamtanlage der Hunsrück–Grundschule präsentiert sich in jeder Hinsicht als interessantes Ensemble. Das gilt sowohl für die Bauaufgabe, die mit einem Neubau, einem Umbau und der Sanierung denkmal-relevanter Bauten das gesamte Leistungsspektrum der Architektur auffächert, als auch für die Nutzung durch die Schule, die in dem vielfältigen Erlebnisraum den Schülern ein abwechslungsreiches Raumangebot bieten kann. Vorrangiges Ziel des Umbaus und der Erweiterung der Hunsrück–Grundschule war es, Raum für Ganztagesbetreuung, zusätzliche Angebote außerhalb des Unterrichts sowie die Möglichkeit der Einbeziehung stadtteilbezogener Aktivitäten für Schüler zuzulassen.

Das Schulgebäude, eine Stahlskelettkonstruktion aus dem Jahr 1974, wurde von Asbest befreit und anschließend nach einem funktionstüchtigen, den Anforderungen einer Ganztagesschule entsprechenden Grundrisskonzept umgebaut.

Der im früheren Zustand kaum zugängliche Innenhof des Schulhauses ist nun Teil des Erschließungskonzepts geworden. Ein arkadenartiger Gang öffnet sich zum Glas gedecktem Atrium und verbindet beide Bestandstreppenhäuser der Schule. Außerdem wurde ein Mehrzweckgebäude mit Schulaula, Speiseraum, Schulküche, Schülerbücherei und Computerlabor errichtet. Es ist nicht nur zum funktionalen Mittelpunkt der Schulanlage, sondern auch zum kiezöffentlichen Treffpunkt für Eltern und Freunde der Schule geworden.

Die der Schule neu zugeordneten Remisen sind ein Dokument der im ausgehenden 19.Jahrhundert üblichen Mischung aus Wohnen im Blockrand und Arbeiten im Blockinneren – die sogenannte "Kreuzberger Mischung". Werkstätten für Holz, Ton und Fahrräder, das Malatelier und der TNU–Raum (Technisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht) sind adäquate Nutzungen für die Remisen.

Fenster und Türen
Das einer Collage gleichende Gesamtensemble mit Gebäuden aus drei Jahrhunderten offenbart in der Fassadengestaltung die jeweiligen Baustile. Wurde die Waschbetonfertigteilfassade des Schulhauses durch farbigen Wärmedämmputz saniert, zeigt sich das Klinkermauerwerk der Remisen im - natürlich gereinigten - Originalzustand. Die Fassade des Neubaus wird geprägt durch gekrümmte, konisch zulaufende Aluminiumpaneele, die in dieser Form nur in einem computergesteuerten Produktionsablauf hergestellt werden konnten.

Der ehemalige Innenhof im Schulhaus wurde durch eine großzügige Verglasung zur gedeckten Pausenhalle und gleichzeitig zum Wärmepuffer. Die Belüftung und Entrauchung des Atriums erfolgt über eine vertikale Glas - Lamellenkonstruktion aus 144 ESG- Scheiben mit den Abmessungen 117 x 60 cm. Die pultartige Überkopfverglasung ist eine Pfosten- Riegelkonstruktion vom Typ Brakel Aero aus allseitig gelagerten VSG Scheiben (Float/LZR/Float), die zu Reinigungszwecken begehbar sind. Für die Sicherheit der Reinigungskräfte wurde das Seilsystem der SALA Group auf das Pultdach so montiert, dass an jeder Stelle der Glasfläche ein gefahrloses Arbeiten möglich ist.

Bautafel

Architekten: y.es Gesellschaft von Architekten mbH, Yoshimi Yamaguchi-Essig, Prof. Mathias Essig, Berlin
Projektbeteiligte: Tina Huber, Alfons Wening, Georg Verhas, Maja Mantouvalou, Berlin (Mitarbeiter Y.es); GSE Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Tragwerksplanung); Bezirksamt Kreuzberg, Hochbauamt (Technische Ausbauplanung)
Bauherr: Bezirksamt Friedrichshain - Kreuzberg
Fertigstellung: 2005
Standort: Manteuffelstraße 78-82, 10999 Berlin
Bildnachweis: Y.es Architekten

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