Niederländische Botschaft, Berlin

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Isolierverglasung mit Aluminium-Streckmetalleinlage

Über die neue niederländische Botschaft in Berlin wurde schon viel geschrieben, z.B. städtebaulich über die Kombination aus Blockrandschließung und Villen-artigem Solitär ebenso wie über den "Trajekt" genannten Gang, der sich wie bei einem Schneckenhaus durch den Gebäudekubus mit mehr als elf Ebenen windet. Von insgesamt 8500 m2 werden 4800 m2 für Büroflächen genutzt, 1500 m2 für Wohnen und die restlichen 2200 m2 für Parken.

Fenster und Verglasung
Die Fassade des Kubus ist nahezu durchgängig vertikal gerastert. In Abhängigkeit von der inneren Organisation und dem Verlauf des Trajektes wechseln sich transparente und transluzente Rasterfelder ab. Für eine Fläche von ca. 250 m2 wählte Rem Koolhaas eine Isolierverglasung mit einer Aluminium-Streckmetalleinlage "Okatech" des Herstellers Okalux. Dieses Material, das OMA auch für die neue Stadtbibliothek in Seattle verwendet, schimmert im Sonnenlicht silbrig-metallisch und unterstützt die angestrebte technoide Wirkung der Architektur-Skulptur. Auf der Innenseite dagegen wirkt das Streckmetall als eine Mischung aus Weichzeichner und Blendschutz – ein nicht unerhebliches Kriterium für die Qualität der Bildschirmarbeitsplätze innerhalb der Botschaft.

Diese wechselnden Lichteffekte resultieren aus den Eigenschaften des Metallgewebes, das die Strahlen entweder auf der Oberfläche reflektiert oder über die Maschen des Gewebes bzw. Gitters vielfältig bricht, wobei die Lichtdurchlässigkeit des Gewebes vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlung abhängt.

Standardmäßig weist Okatech als Mehrscheiben-Isolierglas einen U-Wert von 1,0 bis 1,5 W/m2K gemäß EN 673 auf. Bei einem SZR von 15 bis 20 mm sind unterschiedliche Metallgewebe, -gitter und -bleche einsetzbar, die wiederum im Zusammenspiel mit Scheibenaufbau und –anzahl die bauphysikalischen Werte beeinflussen. Eine Verbesserung dieser Werte wird durch zusätzliche Sonnenschutz- und Wärmeschutz-Beschichtungen erzielt.

Bautafel

Architekten: Rem Koolhaas / OMA Office for Metropolitan Architecture, Rotterdam/NL
Projektbeteiligte: Ellen van Loon, Erik Schotte (Oma Project Directors); Arup, Berlin (Tragwerk und Haustechnik); Okalux, Marktheidenfeld (Okatech-Verglasung)
Bauherr: Netherlands Ministry of Foreign Affairs - Dienst Gebouwen Buitenland, Den Haag
Fertigstellung: 2003
Standort: Klosterstraße 50/Rolandufer, Berlin-Mitte
Bildnachweis: Ali Moshiri über Okalux

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