Lofthaus Elbberg, Hamburg

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Glasvorhang und Lochfassade

Das Lofthaus von BRT gehört zur sogenannten "Perlenkette" von erstklassiger Architektur, mit der der nördliche Hamburger Hafenrand seit 1984 revitalisiert wird. Für diesen fast seche Kilometer langen Uferstreifen wurden mehrere städtebauliche und Realisierungswettbewerbe ausgeschrieben, von denen BRT 1994 einen 1. Preis für das Lofthaus erhielt. Das Grundstück mit ca. 450 m² kann nur als sehr schwierig beschrieben werden, denn es "klemmt" sehr schmal zwischen der Großen Elbstraße und dem zur Elbe steil abfallenden Uferhang, und es liegt zudem innerhalb des von Hochwasser gefährdeten Bereichs. Das Haus steht deshalb auf Stelzen, die fünf loftartige Bürogeschosse mit einer BGF von immerhin knapp 3.400 m² tragen.

Fenster/Fenster
"Alle unsere Bauten sind gesamtheitlich gedacht und entwickelt. Zur Konstruktion treten für mich emotionale Aspekte, jene der ganz eigenen Identität und des Ortes und des Städtebaus", erläutert Hadi Teherani. Diese architektonische Auffassung lässt sich sehr klar an den Fassaden des Lofthauses ablesen, die in ihrer ganz gegensätzlichen Ausbildung auf den besonderen Ort reagieren.
Zum Wasser hin haben BRT eine leicht wirkende gläserne Haut mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion gewählt, die in ihrer wellenförmigen Abstufung eine gewisse Ähnlichkeit mit Emil Fahrenkamps legendärem Shell-Haus in Berlin zeigt. Festverglaste Felder, Öffnungsflügel und ein integrierter Sonnenschutz sind flächenbündig und einheitlich detailliert, so dass sich diese Panoramafassade äußerst filigran in waagerechte Bänder und Streifen auflöst. Der Sonnenschutz kann bei Bedarf an einer vertikalen Seilverspanung heruntergelassen werden, wobei die Seile durch knapp dimensionierte, horizontale Ausleger jeweils im unteren Bereich der Pfosten gehalten werden, sozusagen eine Art Takelage, um das maritime Bild des Hafenrands wiederaufzunehmen.

Die Landseite dagegen erinnert auch farblich an einen grasbewachsenen Hang – hier besteht die Fassadenkonstruktion aus einer Stahlbetonscheibe mit einer grün oxidierten Kupferverkleidung, bei der die Falze aufgrund ihrer diagonaler Anordnung kleine Quadrate bilden. In diese Kupferhaut, die sich über den Traufbereich hinaus in die Dachebene zieht, sind die Fenster als schmale Löcher mit gerundeten Ecken eingeschnitten. Abwechselnd als liegende und stehende "Lochstreifen" zeichnen sie ein lockeres Muster, das sich in Richtung Anschlussbebauung in ein mehrgeschossiges Glasfeld auflöst. -ju

Die Abbildungen und das Zitat sind einem hervorragenden Porträt des Büros BRT entnommen, das sich insbesondere auf das Thema "Glas" konzentriert – und darüberhinaus sehr gut gestaltet und layoutet ist:
Dirk Meyhöfer (Hrsg.)
Konstruktion und Poesie – Glasarchitektur von Bothe Richter Teherani 1991-2002
Junius Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-88506-512-6.

Bautafel

Architekten: Bothe, Richter, Teherani, Hamburg
Bauherr: DWI Grundbesitz GmbH, Hamburg
Fertigstellung: 1997
Standort: Große Elbstraße, Hamburg
Bildnachweis: Junius Verlag

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