Kunstmuseum Lentos in Linz/A

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Gläserne Haut mit optischen Wechselwirkungen

Als Ausstellungshalle mit immerhin 8000 Quadratmetern Fläche ist das "Lentos Kunstmuseum" ein klarer kubischer Körper mit einer Länge von 130 Metern parallel zum Donauufer. Orthogonal in den Körper eingeschnitten ist eine 60 Meter lange sogenannte Skulpturenhalle, die einerseits den Durchgang und Durchblick zwischen der Donau und dem angrenzenden Donaupark ermöglicht und andererseits als Zugang zum Foyer dient. Auf 3 Geschosse verteilen sich die Räume für ständige und wechselnde Ausstellungen, ein Auditorium, ein Saal für Museumspädagogik sowie Shop, Café und die üblichen Nebenräume.

Fenster und Türen
Die gesamte Kubatur ist mit einer vorgehängten Glashaut überzogen. Die Haut wirkt je nach Lichtstimmung und Tageszeit transparent durchschimmernd oder geschlossen spiegelnd. Nachts wird diese Haut farbig bespielt, weil in die U-Profile der Unterkonstruktion blaue und rote Leuchtstofflampen montiert sind, die gemischte oder eben die beiden klaren Farbtöne Rot und Blau erzeugen.

Des weiteren trägt der auf der Innenseite der Glasscheiben aus Chrom aufgedampfte Namenszug des Museums zur optischen Wechselwirkung bei. Der 8 cm hohe Schriftzug wiederholt sich unzählige Male und erzeugt ein spiegelndes Muster.

Im Zuge der Detallierungs- und Berechnungsarbeiten konnten die senkrechten Glasscheiben auf lediglich 2 x 8 mm ESG reduziert werden. Jede Scheibe hat die Abmessungen 1,35 m x 3,33 m und wird durch 6 Punkthalter fixiert. Spinnen aus Stahlguss übertragen die Lasten an die aus Gründen der Querschnittsreduzierung ausgebildete Hänge-Unterkonstruktion bzw. die Stahlbetonwände.

Die waagerechten Glasscheiben sind ebenfalls an 6 Punkten gehängt und bestehen aus 2 x 8 mm TVG, also teilvorgespanntem Glas.

Die Fenster und Glastüren, die aus der Glashaut "ausgeschnitten" sind, um einen ungehinderten Ein- und Ausblick zu ermöglichen, sind als wärmegedämmte Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgebildet, wobei besonderer Wert auf schmale Ansichtbreiten der Profile gelegt wurde.

Sein Haus versuche die "Balance zwischen städtebaulichem Akzent und Unterstützung der gezeigten Kunst" zu halten, erläuterte der Architekt Jürgen Weber.

Bautafel

Architekten: Weber und Hofer, Zürich
Projektbeteiligte: Ertl GmbH, Oftering und Wien (Fassadenplanung)
Bauherr: Neue Galerie-Errichtungs GmbH, Linz
Fertigstellung: 2003
Standort: Ernst-Koref-Promenade 1, Linz, Österreich
Bildnachweis: Schüco International KG

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