Chinati Foundation, Marfa, Texas/USA

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Tür-Skulpturen von Donald Judd

Der 1994 verstorbene Amerikaner Donald Judd gilt als einer der einflussreichsten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine dem Minimalismus zugeordneten Arbeiten wurden in zahlreichen Museen weltweit ausgestellt, bis sich Judd seit den 1970er Jahren mehr und mehr auf eine ganz eigene Art eines Museums in den Südwesten von Texas zurückzog. In Marfa begann er mit Unterstützung der Dia Art Foundation das Gelände und die verbliebenen Gebäude eines verlassenen Militärstützpunktes aufzukaufen, um dort neben seinen Werken die seiner beiden Künstlerkollegen und Freunde Dan Flavin und John Chamberlain auszustelllen.

Völlig unabhängig vom herkömmlichen Kunst- und Museumsbetrieb arbeitete Judd an seiner Idee einer Synthese von Kunstwerk und umgebenen Raum. Seine Installationen befinden sich sowohl unter freiem Himmel als auch in den Lagerhäusern, ehemaligen Artilleriehallen und Schuppen, für die Judd Fenster, Türen, Trennwände und Holzmöbel entwarf. Die architektonischen Elemente stehen dabei gleichberechtigt neben den Skulpturen, beide sind nach Donald Judds Konzept "specific objects".

Türen
Die hier exemplarisch abgebildeten Türen - Drehtüren mit zentraler Mittelaufhängung - sind als "specific objects" jeweils axial zu den Kubaturen der zugeordneten Gebäude gesetzt. Sie wirken einfach und schlicht bis archaisch, und zwar aufgrund der Verwendung von unbehandeltem Holz, dem weitestgehenden Verzicht auf Beschläge und in ihrer klaren Geometrie als Quadrate mit einer gleicharmigen Kreuzunterteilung in wiederum vier Quadrate.

Donald Judd erläutert: "Proportion ist in Kunst und Architektur wesentlich und erkennbar, sie erzeugt unseren Raum und unsere Zeit. (...) Ich möchte (...) hinzufügen, dass man die Bedeutung der Proportion nicht übertreiben kann. (...) Es ist eine Tatsache, dass wir die einfachsten Proportionen wie eins zu zwei, zwei zu drei, drei zu vier erkennen und (...) schätzen können. Eins zu zwei ist ebenso besonders, ist - nicht 'hat' - genauso eine eigene Qualität wie rot oder rot und schwarz oder schwarz und weiß (...). Außerdem gibt es mehr als nur ein Rechteck im Vergleich eins zu zwei. Es können auch Festkörper und Volumina sein. Proportionierte Rechtecke können einen kohärenten, intelligenten Raum bilden. Sie können ein glaubwürdiges, intelligentes allgemeines Prinzip bilden. Sie sind selbst spezifisch."

Die Chinati Art Foundation steht für Besichtigungen offen. Von Mittwoch bis Sonntag finden täglich um 10 Uhr und um 14 Uhr Führungen statt, eine Voranmeldung sollte unter Tel. +1 432 729 43 62 erfolgen.

Die Abbildungen und das Zitat stammen aus
Peter Noever (Hrsg.)
Donald Judd - Architecture Architektur
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2003, ISBN 3775711325, 35,00 EUR.

Bautafel

Architekt: Donald Judd, Marfa, Texas
Projektbeteiligte: John Chamberlain, Dan Flavin (Bildende Künstler)
Bauherr: Dia Art Foundation, New York; Chinati Foundation, Marfa
Fertigstellung: 1986
Standort: Marfa, Texas/USA, zwischen Rio Grande und Interstate Nr. 10
Bildnachweis: Hatje Cantz

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