Casa, Cachagua/CL

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Brises Soleil aus weiß gekalktem Sichtbeton

Dieses schneeweiße Ensemble aus drei skulpturalen Wohnhäusern befindet sich an der chilenischen Pazifikküste, ca. ein bis zwei Stunden Fahrtzeit von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt. Der Architekt Gonzalo Mardones Viviani, einer der wichtigsten zeitgenössischen chilenischen Architekten, ist auch hierzulande kein Unbekannter mehr, seit er mit dem Entwurf für die neue Chilenische Botschaft in Berlin beauftragt wurde.

Als architektonische Reaktion auf die zerklüftete Klippenlandschaft staffelt sich das Volumen als eine Komposition aus Kuben und Diagonalen über drei Ebenen. Der Zugang erfolgt auf der mittleren Ebene über eine Rampe mit grandiosem Ausblick auf den tiefblauen Pazifik. Auf dieser Eingangsebene befinden sich die Wohn- und Esszimmer. Die untere Ebene ist den Kindern vorbehalten, die neben den Schlafräumen ein eigenes kleines Wohnzimmer zum Spielen haben. Über diese Ebene erfolgt auch der Zugang zum Swimmingpool, ein Bade-"Must", denn selbst im chilenischen Hochsommer bleibt der Pazifik durch den Humboldt-Strom eiskalt, der aus der Antarktis kommend entlang der südamerikanischen Küste nach Norden fließt. Um zumindest die Suggestion eines Bades im Meer zu schaffen, ist der Pool nicht nur integrativer Kompositionsbestandteil des Hauses, sondern derart konzipiert, dass beim Schwimmen die Wasseroberfläche mit dem Meereshorizont visuell verschmilzt. Auf der oberen Ebene hat Mardones das Elternschlafzimmer, ein Atelier und eine Dachterrasse angeordnet, die einen spektakulären 180°-Blick über den Pazifik, die Klippen und eine kleine vorgelagerte Insel erlaubt.

Fenster
"La luz esta tratada como el material más importante." - "Das Licht ist das wichtigste Material."
Unter der gleißenden Sonne dematerialisieren sich die weiß gekalkten Sichtbetonwände und -decken zugunsten der atemberaubenden Natur. Selbst die Blumenkästen sind mit weißen Muscheln gefüllt. Folglich sind sämtliche Fenster als Schlitze und Löcher aus den Volumina ausgeschnitten - wenn nicht gar ausgestanzt - und mit an Corbusier erinnernden Brises Soleil versehen. Sie sind ausschließlich nach dem Sonnenstand, der Natur und den Blickbezügen auf den Pazifik ausgerichtet - jedes Fenster ist ein "Mirador" einer bewohnten Skulptur, die sich reduziert und puristisch der gleißenden Helligkeit und Klarheit des Ortes unterordnet. Die Fensterprofile sind wie die Fußbodenbeläge, die Treppen und die ebenfalls von Mardones entworfenen Möbel aus nahezu unbehandeltem Raulí-Holz gearbeitet, einem einheimischen Holz. Die Sorgfalt der Details und die Beschränkung auf wenige Materialien entspricht der minimalistischen Attitüde.

In Mardones' eigenen Worten: "Dies ist keine Architektur, die entworfen wurde, um von außen betrachtet zu werden, sondern ganz im Gegenteil, das wichtigste ist das Innere, das die umgebende Natur einfängt für die Bewohner."

Bautafel

Architekt: Gonzalo Mardones V. Arquitecto, Santiago de Chile/CL
Bauherr: privat
Fertigstellung: 2001
Standort: Cachagua, Nähe Zapallar, Chile
Bildnachweis: gmv arquitecto