Cafe Bar Brel in Berlin

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Vertikale Schiebefenster

Das Stadthaus am Savignyplatz 1 in Berlin-Charlottenburg wurde 1891 von dem Berliner Architekten Theodor de Vries geplant und ca. 10 Jahre später fertig gestellt. Seit den 1950er Jahren wurde das Erdgeschoss nach mehreren Umbauten als Restaurant 'Engelhard' genutzt. 2005 wurden Teile des Altbaus umfassend modernisiert und umgebaut: Für das 'Cafe Bar Brel' wurden im Erdgeschoss rechts neben der Einfahrt zum Hof das ehemalige Restaurant und ein Ladengeschäft zusammengelegt. Die Fassade und die Restaurantbereiche mit den dazugehörigen Versorgungsbereichen wurden komplett neu gestaltet. Ziel der Fassadengestaltung war dem Erdgeschoss ein neues Bild zu geben und helle attraktive Innenräume zu schaffen.

Die Heizungsanlage musste komplett erneuert werden und ist jetzt mit einem Brennwertkessel ausgestattet. Zusätzlich wurde ein thermischer Sonnenkollektor neben dem Balkon integriert.

Fenster
Die Fenster wurden komplett erneuert und sind jetzt in Vollholz Eiche, als kombiniertes Schallschutz-Sicherheitsglas, als vertikale Schiebefenster mit breiten Laibungen zum gemütlichen Sitzen ausgeführt. Die Verglasungen hatten komplexe Anforderungen an den Schallschutz zu erfüllen.

  • Scheibenaufbau von außen nach innen: Verbundsicherheitsglas 8 mm, Scheibenzwischenraum mit Kryptonfüllung 14 mm, ESG 10 mm
  • hoher Schallschutzwert mit Schallschutzklasse 4 mit R'w = 40 - 44 dB
  • Verwendung von eisenoxydarmem Weißglas, um trotz dicker Gläser eine hohe Transparenz ohne Grünfärbung und einen hohen Lichtdurchlass zu erreichen
  • guter Ug-Wert von 1,0 W/m²K
Ein besserer Wärmeschutz wäre bei den beschriebenen Schallschutz- und Sicherheitsanforderungen kaum zu erzielen gewesen. Da ein Cafe auch grundsätzlich hohe innere Wärmelasten hat, erschien die Lösung so optimal. Beim Einbau wurde jedoch darauf geachtet die Laibungen zu isolieren, um hier Wärmebrücken zu vermeiden. Eine komplette wärmetechnische Sanierung der Außenfassade wäre nicht möglich gewesen. Bei Mauerwerksstärken von bis zu 80 cm kam es jedoch darauf an, rings um die hoch isolierenden Fenster einen Übergang zu schaffen. Da sich in der Fassade eine historische Stahlkonstruktion zur Abfangung der Fensteröffnungen befand, wurde die Fassade mit einem Dämmputz versehen.

Bautafel

Architekten: Theodor de Vries (Altbau 1891); Astrid Schneider, Solar Architecture Design Research & Communication, Berlin (Modernisierung und Umbau 2005)
Projektbeteiligte: Juliwerk Lippke und Sama GbR, Berlin (Stahlkonstruktion); HFBB Holz Fensterbau Bernau GmbH, Bernau (Fenster); Coba Bauregie GmbH, Berlin (Bauhauptgewerbe); Fischer Lüftungs- und Klimabau, Berlin (Lüftungsanlage);
Bauherr: Friedhelm Keiling, Berlin
Fertigstellung: Juni 2005
Standort: Savignyplatz 1, Berlin-Charlottenburg
Bildnachweis: Astrid Schneider, Berlin

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