Bürogebäude der Swiss Re, München

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Einsatz von Wärmedämmglas

Die Swiss Re (ehemals Bayerische Rück) lud zehn Architekturbüros zum Wettbewerb für ein neues Verwaltungsgebäude ein, aus dem das Architektenbüro Bothe, Richter, Teherani aus Hamburg als Sieger hervorging. Die rautenförmige Grundstücksform gab den Rahmen für die gestalterische Grundidee, nämlich die Büros optisch von den sonstigen Gebäudeeinrichtungen abzutrennen. Der Stahlbetonskelettbau besteht deshalb aus zwei nahezu unabhängigen, in ihrer Geometrie unterschiedlichen Gebäuden, die sich überlagern. Als Kerngebäude fungiert ein aus dem rechten Winkel verschobener zweigeschossiger Baukörper, dessen Grundfläche dem Parallelogramm des Grundstückes entspricht. Er umgibt mit vier Gebäudeflügeln einen großen, lichten Innenhof. Die aufgeständerten Bürotrakte wirken wie vom Boden abgekoppelt.
Der Bauherr legte zudem großen Wert auf die Freiraumgestaltung. So enstand ein drei Stockwerke hoher Mantel aus Vegetationswänden. Die stählerne Pergola schirmt mit ihrer Pflanzenberankung aus Wildem Wein und Glyzinien das Bauwerk ab und kaschiert gleichzeitig das verzweigte Wegesystem aus stählernen Stegen, Brücken und Außentreppen. Da sich das an Drahtseilen befestigte Blattwerk erst in sieben Metern Höhe entfalten wird, scheint die Pergola über dem Erdboden zu schweben. Der Entwurf hierzu stammt vom Münchner Landschaftsarchitekten Peter Kluska. Die Gestaltung der weiteren Freiflächen basiert auf einem Entwurf der amerikanischen Landschaftsarchitektin Martha Schwartz. Den streng geometrischen Farb-, Stein- und Wassergarten hat ebenfalls Kluska ausgeführt und mit einer Grünzone eingerahmt. Die Farbenvielfalt der Innenhoffläche aus roten Baumstämmen, blauen Glaskuben und gelben geschliffenen Sandsteinbrocken setzt sich auf den Außen- und Dachflächen mit bunten Blumen-, Sand- und Kiesbeeten fort.

Fenster
Das Bauwerk besitzt weder Heizkörper noch eine konventionelle Klimaanlage, sondern thermoaktive Stahlbetondecken und -böden. Ausschlaggebend für den hierzu erforderlichen minimalen Energieverbrauch ist die hochwertige Verglasung. Bei einem niedrigen Sonnenenergiedurchgang (g-Wert) gewährleistet das in der Innenhoffassade verwendete Glas eine hohe Lichtdurchlässigkeit (t), resultierend aus der hauchdünnen Funktionsschicht auf der Innenseite der Außenscheibe, die die einfallenden Sonnenstrahlen weitgehend reflektiert. Durch die Beschichtung und eine Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum ist zugleich mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von nur 1,1 W/m²K nach DIN 52619 ein hoher Wärmeschutz sichergestellt.

Noch besser sind die Wärmedämmwerte der Verglasung in den Außenfassaden. Das Dreifach-Isolierglas erzeugt dank Wärmeschutzbeschichtungen und Edelgasfüllungen einen U-Wert von 0,5 W/m²K und ist so mit einer massiven Wand vergleichbar.
Die filigranen Glasfassaden und ihre besonders schmalen Rahmenkonstruktionen aus Stahl und Aluminium gewährleisten mit hoher Lichtdurchlässigkeit ausreichenden Tageslichteinfall bis in die Tiefe des Gebäudes. Gläserne Brüstungselemente akzentuieren Teilbereiche.

Die Transparenz hat jedoch auch gewisse Grenzen, denn kein Nutzer soll sich "ausgestellt" fühlen. Vor der Außenfassade des Sockelgebäudes wurden daher Aluminium-Lamellen angebracht, die den ersten Stock des Gebäude-Parallelogramms einrahmen. Bei den Büro-Units dienen die vorgelagerten Stahlbalkone als Sicht- und Sonnenschutz. Sie beleben durch den Schattenwurf die Fassade und übernehmen zudem die Funktion des Rettungswegs. Sonnen- und Sichtschutz bieten auch die in Teilbereichen der Innenhof-Fassade vorgesehenen Siebdrucke auf der Außenscheibe der Verglasung. Das feine Raster bewirkt, dass die Sonnenstrahlen bereits außen reflektiert werden, bevor sich der Innenraum aufheizen kann.

Bautafel

Architekten: Architekturbüro BRT Bothe, Richter, Teherani Architekten BDA, Hamburg
Projektbeteiligte: Martha Schwartz, New York/USA, Peter Kluska, München (Freiflächenplanung); Sturm, Peter + Peter, München (Bauleitung); Interpane (Glashersteller)
Bauherr: Swiss Re Germany AG, München
Fertigstellung: 2002
Standort: Dieselstraße 11, München-Unterföhring
Bildnachweis: Interpane

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