Bürogebäude in Düsseldorf

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Atmungsaktive Glas-Schuppenfassade

Nach den Plänen der Düsseldorfer Architekten Petzinka Pink entstand auf einem 3.000 m² großen Grundstück am Düsseldorfer Hafen ein markantes siebengeschossiges Büro- und Geschäftshaus. Das Gebäudekonzept mit der energetisch relevanten und gestalterisch prägnanten Doppelfassade verleiht dem Neubau zwischen Hammerstraße und Zollhof einen eigenständigen Charakter. Der Gebäudekomplex vereint das „innere“ trapezförmige Büro- und Geschäftshaus mit Atrium indem er sie mit außen liegenden gläsernen Wintergärten umfasst. Diese, als städtebauliche Interpretation der Blockrandbebauung, enden mit dem vierten Obergeschoss; als halböffentliche Bereiche sind sie dem Publikum zugänglich.

Das Bürogebäude besteht aus sieben oberirdischen Vollgeschossen, die das Atrium umschließen. Den Abschluss bildet ein extensiv begrüntes Flachdach. Die oberen beiden Geschosse sind von der Hammer Straße zum Zollhof hin gestaffelt. Vor den Staffelgeschossen sind Dachterrassen angeordnet, die intensiv begrünt sind. Über drei zum Atrium hin außen liegende Erschließungskerne können die Büroflächen der Obergeschosse und die Untergeschosse erschlossen werden.

Die Primärkonstruktion des Hauses besteht aus einer Hybrid-Konstruktion in Stahlskelettbauweise mit eingelegten Spannbeton-Hohlkörperdielen, aussteifenden Treppenhauskernen und Treppen aus Stahlbeton.

Fassade
Die zur Straße ausgerichteten Fassaden des Bürogebäudes sind ab dem ersten Obergeschoss als Doppelfassaden angelegt. Besonders die Kombination der Materialien Glas, Aluminium und Edelstahl mit dem Naturwerkstoff Holz lässt die Gebäudehaut sehr markant erscheinen. Das Material Holz prägt die innen liegende bauphysikalisch wirksame Primärfassade. Die Gliederung der raumhohen Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz basiert auf einem Achsraster von 1,35 m. Unterbrochen wird dieses Prinzip in jeder zweiten Achse durch 2,30 m hohe Fenstertüren in Form „Französischer Fensterflügel“, die als Öffnungen zu den umlaufenden Balkonen dienen.

Wie eine gläserne Schutzhülle legt sich die zweite Fassade über die isolierverglasten Holzfenster. Die Außenhaut wurde als 18 m freihängende vorgespannte Schuppenfassade ausgeführt. Bei der filigranen Konstruktion werden die Glaselemente an vier Punkten gehalten und von paarweise angeordneten Zugstäben abgehängt. Im Bereich der Wintergärten dienen die Glasschuppen als Witterungsschutz und übernehmen die Funktion einer energetisch wirksamen Fassade. Die Neigung der Glasschuppen und deren Öffnung sind so konzipiert, dass trotz des großen Öffnungsanteils kein Wasser in den Fassadenzwischenraum eintreten kann und die dahinter liegenden Holzfenster optimal geschützt sind.

Die Be- und Entlüftung erfolgt geschossweise über horizontale Zu- und Abluftöffnungen, die aerodynamisch so optimiert wurden, dass die Rekontamination (Vermischung der Frischluft mit der Abluft) möglichst gering gehalten wird.

Bautafel

Architekten: Petzinka Pink Architekten, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Petzinka Pink Tichelmann, Darmstadt (Tragwerksplanung, Bauphysik); Ingenieurgesellschaft für Fassadentechnik, Mülheim an der Ruhr (Fassadenplanung); DS-Plan, Stuttgart (Aerophysik, Energiemanagement); Frener & Reifer Metallbau, Brixen/I (Fassadenbau)
Bauherr: Bürohaus Hammer Straße 19/Zollhof Gesellschaft, Düsseldorf
Fertigstellung: 2002
Standort: Hammer Straße 19, Düsseldorf
Bildnachweis: Hermann Fahlenbrach, Neuss

Architektenprofil

Petzinka Pink Architekten

Surftipps

www.petzinka-pink.de
www.baunetzwissen.de/Flachdach > Extensiv und intensiv begrünte Flachdächer

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