Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen
Optimale Forschungsbedingungen mit LON und BACnet
Im Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie wird Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Embryonalentwicklung von Tieren und der Entwicklung von Nervengeweben durchgeführt. Die Erweiterung von Fritsch + Tschaidse Architekten umfasst Laboratorien auf einer Fläche von 11.000m², vier Fachabteilungen, Serviceeinrichtungen und Tierställe. Sie bietet Platz für 260 Mitarbeiter. Über gläserne Brücken ist das Gebäude mit dem bestehendem Gebäude verbunden. Das Institut gliedert sich in zwei parallele Büro- und Laborzonen mit dazwischen liegendem, über alle Ebenen reichendem Hallenraum, der zur Erschließung und als Bindeglied dient. Er gilt als Treffpunkt der Wissenschaftler; kann aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. Für die Ausrüstung der Gebäudetechnik, die zur Bereitstellung der notwendigen Umgebungsbedingungen dient, wurde die Kombination der Technologien LON und BACnet gewählt.
Elektro/Gebäudetechnik
Das eingesetzte Gebäudemanagement-System vereint durch eine gelungene Kombination von LON und BACnet die Vorteile dieser beiden Systeme. In der Feldebene gewährleistet LON die einfache Integration der vielfältigen Fabrikate, die für die technische Ausstattung verschiedener Gewerke eingesetzt wurden, und sichert damit die volle Verfügbarkeit von detaillierten Daten. In der Managementebene sorgt das leistungsfähige BACnet Protokoll dafür, dass alle Daten, die für einen effizienten Gebäudebetrieb und für Optimierungszwecke notwendig sind, schnell und lückenlos zur Verfügung gestellt werden.
Die Verbindung zwischen den beiden Bussystemen wird durch ein DDC-System Controller hergestellt, die sowohl die Regel- und Steuerfunktionen für die zentralen Anlagen als auch dezentrale Managementfunktionen beinhalten. Der Server erlaubt vor Ort die komfortable, systemweite Bedienung durch Touchpanels mit Webbrowser.
Labor- und Seminarräume werden durch zentrale Lüftungsanlagen versorgt, die mit Hilfe dezentraler LON-Module kabelsparend mit zeit- und bedarfsabhängigen Optimierungsfunktionen geregelt und gesteuert werden; auch eine individuelle Regelung ist möglich. Brandschutz- und Entrauchungsklappen werden ebenfalls durch LON-Module gesteuert.
Die Kälteversorgung für die Klimatisierung und die Prozesskühlung der Labore erfolgt durch Kältemaschinen in Verbindung mit Rückkühlwerken, die jeweils mit einer autonomen Regelung und einer LON-Schnittstelle ausgestattet sind. Auch die Zähler zur Erfassung der Verbrauchsdaten sind in das LON-Netzwerk integriert und leiten auf diese Weise ohne zusätzliches Kabelnetz die Verbrauchsdaten zur Auswertung an ddie DDC-System Controller bzw. die Leittechnik weiter. Außerdem besteht an den Informationsschwerpunkten die Möglichkeit über Touchpanels auf die Daten der gesamten Controller zuzugreifen.
Bautafel
Architekten: Fritsch + Tschaidse Architekten, München
Projektbeteiligte: Honeywell, Offenbach (Systemintegration, Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik); JMP, Stuttgart (Fachplanung der HLK- und MSR-Technik); Trox, Neukirchen-Vluyn (Systeme für die Lüftungs- und Klimatechnik); Ingenieurbüro Behringer, München (Statik)
Bauherr: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Berlin
Fertigstellung: 2005
Standort: Spemannstr. 35, 72076 Tübingen
Bildnachweis:Stefan Müller-Naumann, München; Honeywell Building Solutions, Offenbach
