Schutzhaus Stüdlhütte auf dem Großglockner (Kals, Tirol/A)
Minimierte Oberfläche mit maximalem Volumen
Die Ideologie der Schutzhütte und die extreme Lage in 2.800 m ü.d.M. erforderten eine extreme Lösung für den Neubau der Stüdlhütte auf dem Großglockner: Eine Form, die bei minimierter Oberfläche maximales Volumen beinhaltet. Schlechte Gründungsverhältnisse im Dauerfrostboden, das Fehlen einer leistungsfähigen Materialseilbahn und die kurzen Bauperioden von Juni bis September haben nur einen leichten Holzskelettbau und damit den Einsatz vorgefertigter Teile sinnvoll erscheinen lassen. Der im Querschnitt etwas über viertel-elliptische Baukörper spart sich die Nordostfassade, sie ist nur eine erweiterte Dachfläche. Seine offene Seite, hinter der alle Aufenthaltsräume angeordnet sind, blickt 240° nach Südwest und erhält so maximale solare Strahlungsgewinne. In der Dachkrümmung wurden Neben- und Pufferräume angelegt, die unbeheizt bleiben.
Wärmedämmung/Energiekonzept
Die Schutzhütte verfügt durch solarthermische und photovoltaische Sonnenenergienutzung sowie durch ein pflanzenölbetriebenes Blockheizkraftwerk über ein autarkes Energiesystem. Lediglich 35% des Volumens - bestehend aus Gastraum, Trockenraum und Personalräumen - sind mit einer Heizung versorgt.
Die gekrümmt zur Außenwand gewandelte Dachfläche im Norden weist außerdem nur die notwendigsten Öffnungen auf und trägt so - gemeinsam mit der entsprechenden Qualität der Wärmedämmung - zur Wärmeverlustminimierung bei.
Bautafel
Architekt: Dipl.-Ing. Albin Glaser, Überacker
Projektbeteiligte: Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (Bauphysik)
Bauherr: Deutscher Alpenverein, Sektion Oberland
Fertigstellung: 1996
