S-House in Böheimkirchen/A

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Passivhaustechnologie mit Strohballen

Wie sieht ein Gebäude aus, dass nur ein Zehntel der Ressourcen konventioneller Bauten benötigt? Diese Frage stellte sich die Gruppe angepasste Technologie der Technischen Universität Wien. Eine von der Gruppe vorgestellte Lösung ist das S-House. Innovationsschwerpunkt des Gebäudes ist die baubiologisch und ökologisch konsequente Realisierung eines Passivhauses mit weitgehender Nutzung nachwachsender Rohstoffe und einem schlanken, angemessenen Technikkonzept. Dieses Ziel ist durch eine innovative Konstruktion in Verbindung mit moderner Architektur erreicht worden.

Das zweigeschossige Gebäude wurde auf einer Grundfläche von 200 m² errichtet. Die südseitige Glasfront mit dem vorgelagerten Teich als Reflexionsfläche nutzt die Sonnenenergie optimal. Ein über dem Gebäude gespanntes Membrandach übernimmt die beiden Aufgaben des Witterungsschutzes und der Beschattung.

Das Gebäude wurde als Dauerausstellung konzipiert, es soll die Möglichkeiten nachhaltigen Bauens aufzeigen. Durch die Verarbeitung unterschiedlicher Dämmstoffe und Oberflächenmaterialien wie Putze, Holzverschalungen oder Textilien wird den Besuchern die Vielfältigkeit der Anwendungen von biogenen Baustoffen vor Augen geführt.

Wärmedämmung
Grundkonzept des Gebäudes ist eine Holzständer-Strohballen-Konstruktion. Der Wand-, Boden-, und Deckenaufbau erfüllt mit einem U-Wert von 0,12 W/m²K die Kriterien von Passivhäusern. Zusätzlich wurden - zur Demonstration - weitere nachwachsende Dämmstoffe wie Hanf, Flachs und Schafwolle verbaut.
Die Ressourceneffizienz der Konstruktion ist bis ins Detail erfasst und bewertet worden. Die Herstellung der beim S-House verwendeten Strohwand verursacht einen Naturverbrauch von 2.364 m²a pro Quadratmeter Wand. Eine vergleichbare Beton-EPS-Wand liegt bei 24.915 m²a pro Quadratmeter Wand. Die im Gebäude verwendete Konstruktion ist also 10.5-mal besser als die Vergleichskonstruktion.

Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt mittels Fassadenkollektoren. Die Restwärmeabdeckung wird durch einen stückholzgefeuerten Speicherofen sicher gestellt.

Bautafel

Architekten: Scheicher ZT, Adnet/A
Projektbeteiligte: Florian Hager Holzbau, Bischofstetten/A (Holzkonstruktion); Sänze, Salzburg/A (Elektro)
Bauherr: Gruppe angepasste Technologie der Technischen Universität Wien/A
Fertigstellung: 2005
Standort: Böheimkirchen, Niederösterreich/A
Bildnachweis: Gruppe angepasste Technologie der Technischen Universität Wien